Als Ceres noch im Tempel stand…

Als Ceres noch im Tempel stand

Zu Zeiten, als die Statue der Göttin Ceres noch in ihrem Tempel im Amphitheater von Kleve – besser Bad Cleve – stand, da sah der Baum- und Sträucher-Bestand noch üppig und gesund aus. Heute gestaltet sich ein Spaziergang im Forstgarten wesentlich übersichtlicher.
Einen Vorteil hat dies aber im Gegensatz zu damals: Man braucht kein Buschmesser mehr, um sich den Weg frei zu schlagen. 🙂

Als Ceres noch im Tempel stand

Die Schnotterbelle

Kennst Du das auch?

Heute morgen habe ich meine Frau zum Arzt in Kleve gebracht zur sogenannten Routineuntersuchung.
Ich dachte so bei mich bei:
“Fahr nich nach Hause – setz Dich irgendwo hin und kuck Dich die Leute an, die so vorbei gehen.”

Was soll ich sagen?

Morgens in der Frühe, die meisten Geschäfte in Kleve haben noch zu, die Rentner treffen sich zum gemeinsamen Frühstück beim Bäcker Ihrer Wahl, einige Jugendliche hetzen noch die Stadt runter – wieder mal zu spät, die ersten gelben Postwagen sind zu erspähen (Privattour? oder ist gerade kein Streik? ), die ersten Verkäuferinnen schieben die Warenständer vor den Laden, die letzten Reinigungsfrauen schütten noch schnell die Eimer mit dreckigem Wasser auf die Strasse…
…einem Passanten über die frisch geputzten Schuhe, wie eigentlich jeden Morgen.

“Pottveredoome – makkt ow schäle Döpp opp än schött denn Pess inne Gööt än niet över min neije Schuun, alde Prött.”
(Übersetzung: ” Verdammich – mach Deine schielenden Gucker auf und gieße das Gebrauchtwasser in die dafür vorgesehene Gosse und keinesfalls über meine neuen Leisetreter, alte Matrone.” )

Der erste holländische Wagen kommt ruhig und langsam die Große Strasse (in natürlich verkehrter Richtung der Einbahnstraße) hinuntergefahren. Die beiden Insassen winken freudestrahlend nach links und rechts, was teilweise von einigen aufmerksamen Beobachtern erwidert wird.
Wer könnte ihnen jemals böse sein?
Langsam aber sicher bekomme ich einen kalten Hintern auf der Steinumrandung des Brunnens und entschließe mich, zu überprüfen, ob meine Angetraute nicht bald fertig ist.
Also marschiere ich die Treppe rauf zum Arzt.
Komisch – man klopft immer an die Tür des Wartezimmers, obwohl man ganz genau weiß, daß nie jemand mal “Herein!” ruft.
Der Blick geht aufmerksam in die Runde.

1. Ist die Frau noch anwesend? – Nein.
2. Kenn ich hier jemanden? – Nein.
3. Ist noch ein Platz für mich frei? – Nein.

Eine nervös wirkende Mutter zwingt ihr Kind, den Platz für mich zu räumen.
Wirke ich wirklich schon so alt und gebrechlich? Scheinbar.
Das Mädchen – etwa vier Jahre alt – drückt sich verschämt, den Daumen im Mund, etwas verlegen an den Arm der Mutter und zieht dabei immer eine Schnotterbelle hoch, die kurze Zeit später bereits wieder der Erdanziehung nachgeben muß und sich erneut aus der Nase schlängelt.
Ein kratzender Lautsprecher verkündet währenddessen, das jetzt Frau Jansen ins Rennen geworfen wird, um beim Arzt ihr Leid zu klagen.
Hier ein Räuspern, da ein Hüsteln, nur kranke Menschen um mich.

Boah,
“Min wörd et noar, den Trööt wörd dröög än ek gelööf, ek lot min ok es ondersüke van den Quacksalber.”
(Übersetzung: ” Mich wird et ganz anders, der Hals wird trocken und ich glaube, ich laß mich auch ma untersuchen von der Dokta.”)

Wenn ich jetzt noch länger bleibe, hab ich mich wahrscheinlich mit Allem angesteckt, was hier so gerade in diesem immer winziger werdenden Raum herumschwirrt.
Schnell raus – Schüss – und an die frische Luft, um sie zu schnappen.
Schnell noch die Sportbild holen, bevor mein Schatz sich aus den Fängen des Weißkittels befreit hat.
Nach einiger Zeit sehe ich mein Goldkörnchen in der Apotheke stehen.
Ich ahne nichts Gutes.

Apropos: “Ärzte”:

Ein Kellner liegt auf dem Operationstisch. Da kommt ein Arzt vorbei, der schon oft im Gasthaus dieses Mannes gegessen hat. “Herr Doktor, helfen Sie mir bitte,” stöhnt der Kellner. Der Arzt zuckt seine Achseln: “Ich bedauere sehr mein Herr, aber das ist nicht mein Tisch. Aber mein Kollege kommt gleich!”

Als ich zu ihr in die Apotheke komme, beruhigt sie mich gleich und erklärt mir, daß sie nur neues Aspirin für uns kaufen will, da wir gerade mal da sind. (juhu)
Allerdings hat der Herr in Weiß ihr auch sechs Massagen verschrieben für ihre Schmerzen im Nacken.

“Dat dütt verrecks weh än geij mott oppasse, dat doar genne Schöcht van kömmt.”
(Übersetzung: ” Dat tut aber so wat von weh tuen un Du muss aufpassen, dat davon keinen Puckel von werden tut.”)

Solche Massagen, die Frauen veranlassen, wie Katzen zu schnurren, ohne gleich einen Buckel zu machen, müssen vom Fachmann oder einer Fachfrau durchgeführt werden.
Da kommen sie dann immer freudestrahlend nach Hause und haben keine Schmerzen mehr.
Hier noch einer zum Abschmunzelen:
Kommt eine Frau zum Psychater.”Herr Doktor, ich denke mein Mann ist verrückt! Jeden Morgen beim Frühstück isst er die Kaffeetasse auf und lässt nur den Henkel übrig. Antwort des Arztes: “So ein Irrer, wo der Henkel doch das Beste ist!”

Wenn Dir die Geschichten aus der KLE-Blatt-Reihe: “Der Klever Philosoph” gefallen, kannst Du viel mehr davon auch per Ebook bekommen in allen bekannten Online-Book-Stores wie Amazon. de, Weltbild.de, Thalia.de. Hugendubel.de, book.de, buecher.de, Bookrix.de, etc. oder Du besorgst Dir hier das Taschenbuch:

kennst du das auch toni - buch

Die Schnotterbelle

Reichswalde – Ein Rodungsdorf bei Kleve

Reichswalde – Ein Rodungsdorf bei Kleve

Noch sehr übersichtlich und gerade erst erbaut sehen wir hier die ersten Häuser, die nach dem zweiten Weltkrieg den Klever Ortsteil Reichswalde bildeten.
Nachdem Anfang 1945 hier die Schlacht im Reichswald stattgefunden hatte, wurden riesige Teile des Waldes gerodet, um Platz zu schaffen für die Dörfer Reichswalde und Nierswalde, in denen zunächst Heimatvertriebene ein neues Zuhause fanden.

Reichswalde - Ein Rodungsdorf bei Kleve
(Foto: Fritz Getlinger – mit freundlicher Genehmigung von Frau Katrin Getlinger-Wessing)

Das Schienen-Netz des Klever Bahnhofs

Das Schienen-Netz des Klever Bahnhofs

Wie hier in einem verschneiten Winter in den Achtziger Jahren kann man sich nur selten einen Überblick verschaffen über das für Laien verwirrende Schienen-Netz des Klever Bahnhofs. Man kann sich leicht vorstellen, das es nicht so einfach ist, die Züge hier an die jeweils richtige Stelle zu leiten. Im Hintergrund kann man noch sehr gut das erleuchtete Unions-Gebäude erkennen. Zu dieser Zeit wurde dort noch fleißig gearbeitet.

Das Schienen-Netz des Klever Bahnhofs
(Foto: Heinz Lankeit)

Feierabend bei Van den Bergh

Feierabend bei Van den Bergh

Freundliche, zufriedene, ja manchmal sogar lachende Gesichter kann man hier erkennen bei den Menschen, die nach einem Arbeitstag in der Butter-Fabrik in den wohl verdienten Feierabend gehen. Es war zu glorreichen Zeiten, als die Firma noch zusammen mit der Schuhfabrik Hoffmann der größte Arbeitgeber in Kleve bzw. Kellen war. Zur Zeit dieser Aufnahme war anstatt Rama wohl gerade die Margarinen-Marke Blauband up to date.

Feierabend bei Van den Bergh
(Foto gezeigt von Agnes Ingenwerth)

Das farbige Schützenhaus von Kleve

Das farbige Schützenhaus von Kleve

Es scheint nicht allzu viele Farbfotos des ehemaligen Klever Schützenhauses zu geben. Hier sehen wir mal eines. Man kann sich in Etwa vorstellen, wie es sich damals in die Landschaft eingebettet hatte, denn das Krieger-Denkmal im Vordergrund steht noch heute dort. Ansonsten dient die durch den Abriss des Gebäudes frei gewordene Fläche, also der zu besichtigende große Rasen, ab und zu mal als Fläche für einen Event wie Angrillen oder einer Veranstaltung von Cinque.

Das farbige Schützenhaus von Kleve
(Foto gezeigt von Heike Albers)

Johann Sigismund auf der Reitbahn in Kleve

Johann Sigismund auf der Reitbahn in Kleve

Wir schauen hier von der Schwanenburg aus auf die Reitbahn hinunter und entdecken im Zentrum des Bildes das Johann-Sigismund-Denkmal, welches bis 1882 auf dem Kleinen Markt gestanden hatte. Die Mauer dahinter gehörte bereits zum Hotel Holtzem, das sich auf der Schloßstraße befand.
Rechts am Bildrand entdeckt man noch den Treppengiebel des früheren Marstalls, links davon vier alte Häuser, die ihren Ursprung im späten Mittelalter hatten. Das 1669 errichtete Goldmannsche Haus sehen wir an der Ecke Ossack/Goldstraße.
Links die Bäume stehen am Vorplatz der in 1821 errichteten Synagoge. Im linken Haus war die jüdische Schule untergebracht, wo auch der Rabbiner seine Wohnung hatte. Ein prächtiger Eindruck Klever Geschichte.

Johann Sigismund auf der Reitbahn in Kleve
(Foto: “Erinnerung an Bad Cleve”)

Mehr bei Kleve

Mehr bei Kleve

Wer sich für Mehr bei Kleve interessiert, der kann sich hier etwas mehr informieren mit den Bildern dieser Ansichtskarte von Mehr. Mehr geht kaum, zumal man einen Lebensmittelladen als Motiv einer repräsentativen Karte aufgenommen hat. Aber es gibt ja noch mehr in Mehr wie man sieht. 😉

mehr ansichtskarte

Tivoli – der Freizeitpark bei Kleve

Tivoli – der Freizeitpark bei Kleve

Er liegt zwar schon über der Grenze und gehört zur holländischen Stadt Berg en Dal, aber dieser Park war seit den Fünfzigern auch von Klever Kindern überlaufen. Es verfügte über “Attraktionen”, die ein Kind von heute kaum noch hinter dem Ofen hervorlocken angesichts der zahlreichen Freizeit-Einflüsse, denen es heutzutage ausgesetzt ist. Aber damals war das “Tivoli” das non plus ultra. Eigentlich konnte man den Park als dauernde Kirmes bezeichnen, wie man auch auf der älteren Postkarte sehen kann. Karussell, Geisterbahn, Spielplatz etc. Natürlich fehlte auch nicht das in den Niederlanden obligatorische “Pannekoekenhuis”. Wenn man durch den Eingang kam, sah man als erstes den Dukaten kackenden Esel, dann hörte man zeitweise immer ein lautes Gebrüll, bis man den Grund erforscht hatte. Es gab dort eine Schießbude mit “laufenden Bären”, die eine Zielscheibe trugen. Wenn der Schütze traf, bäumte sich die Figur auf, brüllte laut vernehmlich und änderte seine Laufrichtung. Selbst eine kleine Achterbahn gab es damals.

Tivoli - der Freizeitpark bei Kleve
(Bild eingereicht von Berry Sixtyfive)

Restaurant Zum Deutschen Haus in Kleve

Restaurant Zum Deutschen Haus in Kleve

Hier sieht man eine Aufnahme aus dem Jahre 1910 von der “Restauration zum Deutschen Haus”, das sich damals in der Nähe des Bahnhofs auf der Königstraße (heute die Meißnerstraße) befand.
Der Inhaber Johann Gellings empfing in diesen glorreichen Zeiten zahlreiche Gäste und Ausflügler von nah und fern, die in die Bäderstadt Cleve kamen. Neben den üblichen Getränken, wie “reinen” Wein, den er einschenkte 🙂 oder gutes Bier gab es auch eine Besonderheit.
In der nebenan befindlichen Stehhalle, die man für die ganz durstigen Besucher betrieb, schenkte man das “hochfeine alkoholfreie Erfrischungsgetränk Regina” aus. Das scheint es auch heute noch immer zu geben.

Restaurant Zum Deutschen Haus in Kleve
(Mit freundlicher Genehmigung von Klaus Radermacher aus seinem Buch “Kleve in alten Ansichten”)

1 2 3 4 5 395