Der Mückenstich in Klever Platt

Der Mückenstich in Klever Platt

Vor einem Geschäft in Kleve traf ich neulich meinen alten Bekannten Gustav, der ziemlich fertig aussah und auch wohl Probleme beim Gehen hatte.

“Bist Du per Anhalter gekommen?” wollte ich wissen.

“Nee, wieso dat denn?” kam es von Gustav.

“Na, Du siehst so mitgenommen aus.”

“Sitt bloß stell. Min hätt en Dier gestooke en ek weet niet wat dat vön Möck gewesst es.”

(Übersetzung: ” Sei mich bloß still. Mich hat ein Tier gestochen und ich hab keine Ahnung, wat dat vönne Mücke gewesen iss.“ )

” Wennste getz immer müde biss, dann war dat enne Zehzeh-Fliege (hochdeutsch: TseTse-Fliege) konnte ich ihm darauf entgegnen.

” Nee, ewell ek häbb now ennen grooten Böld onne Kont än kann niet mehr so rechteg sette. “

(Übersetzung: ” Nein, aber ich habe jetzt ein großes Einstichloch mit gewaltiger Erhebung an mein Hinterteil dran und kann nicht mehr so wirklich da drauf sitzen” )

„ Wie heij dat dann gelappt? ” – Wie ist das denn passiert?

” Ek was op Karweij en poar Strükk ont ütpötte än wolde nät de Greep packe, doar ging den Steek godome medden dör min Boks döör. “

(Übersetzung: ” Ich war auf Arbeitssuche in et Praktikum ein paar Sträuchers an et ausbuddeln dran und wollte gerade die Mistgabel aufheben, da ging der Stich aber sowatt von mitten durch meine Hose durch…” )

Dumm gelaufen. Zumindest für Gustav, der sich dann zum Arzt begab, um sich behandeln zu lassen.

Essen im Stehen ist ja auf Dauer nicht so gemütlich (schadenfrohes Grinsen).

Von diesen lustigen Geschichten aus Kleve gibt es noch viel mehr.

Als Ebook kannst Du es z.B. auch bei Amazon beziehen.

Guckst Du:

Der Mückenstich in Klever Platt

 

Altes Geschäftshaus auf der Kirchstraße

Altes Geschäftshaus auf der Kirchstraße

In längst vergangenen Zeiten gab es dieses schöne Geschäftshaus auf der Kirchstraße.

Wenn man sich die Auslage in den Schaufenstern ansieht, könnte man schon darauf kommen, was hier im Hauptsächlichen angeboten und verkauft wurde. Heutzutage könnte man mit einem solchen Geschäft in Kleve nur noch bedingt eigene Kundschaft generieren.

Es handelte sich um ein Spezialgeschäft für Seilerwaren und Fischereimittel. Also wurden hier Seile, Taue, Garne und vermutlich Angelhaken etc. vertickt. 🙂

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Industriekamine in Kleve

Industriekamine in Kleve

Kaum vorstellbar, das man hier auf die Stadt Kleve im Jahre 1906 schaut. Etliche hohe Industriekamine bildeten damals bereits das Stadtbild. Vorwiegend stammten sie von den großen Margarinewerken, von denen es ja so einige in Cleve gab. Selbst das fantastische Stadtbad besaß einen solchen Schlot, den man schon von Weitem sehen konnte.

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Fahrplan in Klever Platt

Fahrplan in Klever Platt

Nachdem sich dieser Fahrgast selbst mit Lupe verzweifelt mit den Unbillen eines Bundesbahn-Fahrplanes herumgeschlagen hat, wagt er den Schritt zum Schalter und nimmt sein ganzes Hochdeutsch zusammen für die alles entscheidende Frage:
“Wann fährt denn der nächste Zug nach Krefeld?”
Der Bahnbeamte schaut kurz in sein Kursbuch und antwortet:
“Um siebzehn Uhr dreiundfünfzig!” – Darauf der Fahrgast:
“Doar weet ek wat!”

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(Foto: Alois Puyn – “Bilder Unserer Stadt Kleve”)

Lieber Urlaub in Kleve als Hickepick

Lieber Urlaub in Kleve als Hickepick

Boah, heute Morgen hatte ich einen gewaltigen Hickepick.

Kennst Du das auch, wenn man gerade gemütlich am Frühstückstisch sitzt, den dampfend duftenden Kaffee vor sich, Brötchen mit lecker wat drauf im Anschlag und dann knallt es aus Deinem Körper, weil Du unvermittelt die Luft in einem kurzen, knappen Stoß so aufsaugen musst, dass Dein Gegenüber meint, Du hast Dich bei Ihrem/Seinem Anblick derart erschreckt, dass Dir die Brocken im Hals stecken bleiben?

“Doar heij denn Papp ewell op.” (Übersetzung: ” Da hast Du aber schnell gefrühstückt.” )

Doppelt schlimm entwickelt sich die Situation, wenn Du unmittelbar nach dem Hick auch noch böksen musst.

“Doar goij ewell godome ont kneste – doar sit geij ennen ganz ärmen Schloof.”

(Übersetzung: ” Da gehste mich aber gewaltig ant knistern – da biste mich einen ganz ärmlichen Schlauf.” )

Wow – eine neue Wortschöpfung: “Schlauf” (hihi)

Naja, auf jeden Fall hatte ich ganz schön zu kämpfen mit meinem Hickepick, der mich erst nach gut einer Stunde verließ und den irritierenden Blick gleich mitnahm.

Eigentlich wollte ich Dir heute von etwas ganz anderem erzählen – nämlich von der schönsten Jahreszeit, wo es das Laub gibt, welches niemals wächst und immer kürzer wird:

Urlaub!

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Apropos: “Urlaub”:

In den Niederrheinischen Blättern habe ich gelesen, dass die Region hier als Urlaubsziel gänzlich unbekannt ist.

Selbst Radfahrer, Wanderer, Jogger, Walker oder Paddler, die hier doch bestens auf Ihre Kosten kommen würden, nehmen kaum Notiz von uns.

Dabei haben wir doch nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell so Einiges zu bieten. Hier haben wohl die zuständigen Behörden und Verantwortlichen einiges nachzuholen, wollen wir doch auch vom Tourismus profitieren.

Was soll ich sagen?

Vielleicht sollte man mal Shopping-Touren für die Geschäfte in Kleve anbieten oder generell für das Besichtigen und Einkaufen in Kleve?

Wenn wir mal ein paar Tage oder manchmal auch mal zwei Wochen unterwegs gewesen sind, dann freuen wir uns schon, den Schwanenturm wiederzusehen.

“Dann sin weij blij wär t’hüss te sinn.” (Übersetzung: “Home sweet home.” )

Sollten Dir die Geschichten über Kleve gefallen und Du möchtest auch mal eine Story von Dir oder Deiner Firma lesen, dann lass es mich wissen oder melde Deine Firma einfach bei KLE-Blatt an.

Muss ja auch mal ein wenig Eigenwerbung machen. (Hihi)

Zum Schluss hier noch einer aus Kleve:

Ein Vogelzüchter aus Kellen hatte eine wundervolle Voliere mit zahlreichen seltenen Piepmatzen. Er ließ niemanden an seine Lieblinge ran, nicht mal seine Frau. Doch eines Tages kam er ins Krankenhaus und musste seiner Gattin die Pflege überlassen. Als er nach drei Wochen wieder zurückkam, waren alle Tiere verendet, bis auf den stabilsten Vogel, den er “Kawänzmann” getauft hatte. Schweren Herzens wollte er sich letztlich auch von diesem Flattermann trennen und gab eine Anzeige im Wochenblatt auf:

” Weil meine Frau nichts von Vögeln versteht, verkaufe ich meinen Kawänzmann.”

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Titelfoto Band2

Wette Pööt – Der Schweizerhaus-Song

Wette Pööt – Der Schweizerhaus-Song

Die Klever Mundartgruppe der 70er und 80er sang natürlich auch ein Lied über das damals noch beliebte und gut besuchte Schweizerhaus. Wer Klever Platt verstehen kann, ist dabei echt im Vorteil und kann sofort mitsingen. Wer es nicht versteht, sollte sich an der Musik erfreuen und vor allem an den nostalgischen und letzten Bildern der damaligen Kultstätte. 🙂

(Video: KLE-Blatt)

Wette Pööt: Mama än Papa die gon danze

Wette Pööt: Mama än Papa die gon danze

Das war doch mal eine flotte Nummer! 🙂

Wer platt verstehen kann, wird seine helle Freude an diesem Song haben. Hier der Text zum Mitsingen:

Mama än Papa die gon danze (Text / Musik: J.Reintjes / W. Liffers)

Mama än Papa die gon danze
Mama än Papa die gon es herütt
Än de Blage dünn schloope
Weil Mama än Papa die gon es herütt

Ja, Mama säj tägen Papa weij gon es danze
Än Papa säj Mutt dat es doch en guje Idee
Trekk dann noch ewes owen neijen Fummel on
Än dann sin weij all werr op Ritt
Ja Mama än Papa wassen tegen negen Ühr all wärr T’hüss
Seij hadden de Schnütt vör twee Joar wärr voll
Mam hatt’ de Schuun än de Söck kapott
Än Papa’s neijen Beus was bloß noch Schrott

Mama än Papa die gon danze
Mama än Papa die gon es herütt
Än de Blage dünn schloope
Weil Mama än Papa die gon es herütt

Frühjahrsputz in Kleve

Frühjahrsputz in Kleve

Kennst Du das auch?

Gestern war ich mit meinem Herzblatt mal wieder in Kleve einkaufen und gerade damit beschäftigt, das Auto mit diversen Waren vollzuladen, als ein älteres Ehepaar an uns vorbeilief und der Mann geradezu unnachahmlich meinte:

“Ek gelööf, et fengt an te dröppele.”

(Übersetzung: “Ich glaube, es fängt wohl an zu tröpfeln.”)

Typisch Niederrhein.

Nicht nur, das es eigentlich immer irgendwo regnet bei uns – nein auch die Tatsache, dass man glaubt, es fängt jeden Moment an, obwohl noch nichts passiert ist.

Jetzt kommt aber der eigentliche Knaller, denn die Frau antwortete ebenso derb, wie gleichgültig (was sonst) :

“Bloote Kont!”

(Übersetzung: “Was soll’s, dann regnet es eben!”)

Was soll ich sagen?

Wir dürfen nicht nöhlen – wir sind an Regen gewohnt – selbst wenn man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren kann, das einem bereits Schwimmhäute zwischen den Zehen wachsen.

Nun, die Sache hat auch Vorteile, denn das Meiste fällt ja daneben.

Und man weiß seit Urzeiten, dass Kinder besonders im Mai-Regen zu wachsen anfangen oder?

Nach einigen Stunden musste ich dem Mann beipflichten, denn es schüttete wie aus Kübeln. Dann braucht der Mensch mit lichtem Haar eine geeignete Kopfbedeckung.

Warum?

“Want geij Krölle hätt, off ennen Bibi, dann sall ow dat schitt egool sin. Ewell met ennen Klättskopp of en Pläät da knallt dat geweldig op owen Hernekast.”

(Übersetzung: “Wenns Du gekräuselte Kopfbehaarung hast oder gar ein niedliches Hütchen, dann soll Dich dat ganz egal sein. Aber mit einen Klatschkopf oder eine Platte da knallt Dich dat gewaltig auf Deinen Denkapparat.” )

Der Dauerregen hat für meine Frau eigentlich den größten Nachteil in der Tatsache, dass der gerade frisch geputzte Fußboden nach einem Außenaufenthalt wieder dreckig wird.

Jetzt ist es nicht so, dass sie einen Putzfimmel hätte. Nein.

Aber den Dreck einfach trocknen lassen und ihn dann nach draußen pusten, das ist nun wirklich nicht ihr Ding.

Also auf ein Neues. Ich bedauere Sie dann auch anständig.

Warum? – Ich bin ihr Ehemann – das ist mein Job. (hihi)

Wenn ich in diesem Zusammenhang dann mal in den Abstellraum schaue und mir die Batterie an Putz- und Reinigungsmitteln ansehe, dann fehlen mir schlicht die Worte, was es da so alles gibt.

Für jeden Bodenbelag, ob Teppich, Fliesen, Stein, Holz, Kork und was sich sonst noch im Angebot der Fußbodenbelag-Verkäufer tummelt – es gibt immer einen Spezialreiniger.

Mit Essig, Zitrone, Öl, Balsamico (oh – ich weiche ab), mit Power, Strahlkraft, Energie, Nächstenliebe (oh – ich weiche schon wieder ab) und und…

Bisher dachte ich, diese Vielfalt gäbe es nur in einem Kosmetikschrank. Weit gefehlt.

Und dann dieses Arsenal an Geräten, um die verschiedenen Zutaten auf die entsprechenden Oberflächen zu verteilen.

Boah, – da kannst Du schon mal ziemlich durcheinander kommen. Ich hätte meine Probleme mit diesen verschiedenen Besen, Schrubbern, Bodenabziehern, Heizkörperreinigungsbürsten, Spinnfegern, Wischtüchern, Schwämmen und so weiter.

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Für meinen Teil bin ich schon glücklich, einigermaßen mit einem Brillenputztuch umgehen zu können.

Da zieht man mal wieder den Hut vor seiner eigenen Frau und schlägt vor Begeisterung mit der Stirn auf der Straße auf.

Tja – aber ein noch so umfangreiches und für alle Einzelfälle vorbereitetes Sortiment an diesen ganzen Utensilien nützt wenig, wenn der Entsetzensschrei ertönt:

“Ich brauch endlich mal einen vernünftigen Reiniger für Edelstahloberflächen!”

(Übersetzung: “Ek brück neij Greij!”)

Dann muss man die Zeichen der Zeit als Ehemann erkennen. Dann ist Eigeninitiative gefragt. Dann erwartet die Frau Hilfe vom starken Geschlecht. Dann kann ein Kerl zeigen, was in ihm steckt. Dann wird man dem Weibe beweisen, warum sie dem Manne untertan ist. Dann ist der große Augenblick gekommen, auf den man lange warten musste und man antwortet ganz entspannt und voller Ruhe:

“Lott min in Röst met denn Quats.” (Übersetzung: “Lass mich in Ruhe mit der Quatsch.”)

Neeee – nur ein Witz.

Natürlich erforscht man in Windeseile alle Ressourcen, um sich dieses Problems ein für alle Mal zu entledigen.

Mittlerweile gehöre ich nun auch zu der Gemeinschaft der Menschen, die sich mit solchen Sachen nicht mehr rumschlagen müssen.

Wofür gibt es denn das Internet?

Ein Paradies für Reinigung und Sauberkeit mit allen notwendigen Mittelchen und Systemen, die man sich nur vorstellen kann, wenn man weiß, wo man suchen muss. (hihi)

Meine Überzeugung ist, dass es in diesem Bereich absolut nix gibt, was man nicht über die Suchmaschinen finden kann.

Daher  – wenn Du nicht mehr weiter weißt und Du die Flecken nicht vom Boden bekommst (wenn er wandert, ist es ein Sonnenstrahl ), dann wende Dich vertrauensvoll an Google – da wird Dich geholfen.

Um selbst mit seinem Geschäft dort gefunden zu werden, benötigt man mittlerweile einen Spezialisten – einen sogenannten Suchmaschinenoptimierer. Und die, die ihr Handwerk in diesem Bereich wirklich verstehen, findest Du hier:

KLICK MICH!

Hier noch einer zum Thema Reinigung:

Ein Mann kommt sternhagelvoll morgens um vier Uhr nach Hause. Im Flur wird er bereits von seiner mit einem Besen bewaffneten, sehr wütenden Frau abgefangen.
Verdutzt fragt er sie: “Putzt du oder fliegst du noch weg?” 

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Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop

Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop

Kleine Tipps zum Reichwerden

Fast jeder kennt die ausdrucksstarke Bauernweisheit:

“Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop.” (Übersetzung: „ Der Teufel kackt immer auf einen großen Haufen.“ )

Damit ist natürlich gemeint, dass diejenigen, die schon viel besitzen, automatisch immer noch mehr bekommen.

Aus der gleichen Richtung kommt auch der kluge Spruch:

“Geld allein macht nicht glücklich. Es müssen auch Grundstücke und Immobilien dabei sein.”

Dagobert Duck lässt grüßen.

Für Alle die, die diesbezüglich noch Nachholbedarf haben, sollte daher die Überlegung gelten:

Wie kommen wir auch dahin, um solche Töne aus voller Überzeugung spucken zu können?

Nun – den Stein der Weisen hat bekanntermaßen bisher nur Harry Potter (und vor allem seine Erfinderin) gefunden. Also muss man sich ernsthaft Gedanken machen, wie man denn jetzt zu ungeahntem Reichtum kommt.

Meine Gedanken dazu fasse ich mal kurz zusammen. Vielleicht ist ja irgendetwas dabei, was Dir gefällt oder auch eine ganz neue Anregung gibt:

Der einfachste Weg ordentlich Kohle zu machen ist sicherlich, im Lotto zu gewinnen. Da die Wahrscheinlichkeit dafür allerdings äußerst gering ist, wäre hier die Möglichkeit eröffnet, einen Kursus für Lottogewinn-Teilnehmer anzubieten. Allerdings sollte man den dafür in Frage kommenden Interessenten dann mindestens mal einen Dreier mit Zusatzzahl nachweisen können.

Hervorragende Möglichkeiten hätte man auch noch, wenn man der staunenden Bevölkerung eine absolute Marktlücke bzw. ein Nischenprodukt anbieten könnte.

Ein konkretes Beispiel, wovon ich letztens gehört habe, ist der Online-Verkauf einer Laichbürste für Kois. In Echt!
Du weißt – diese sündhaft kostspieligen japanischen Fische. Da kann mit dem Auftauchen eines Fischreihers oder eines Kormorans schon mal in einem Bissen ein Vermögen von mehreren tausend Euros den Schlund hinunter gehen. Frage mal Koi-Besitzer, wie zum Beispiel den allseits (un)beliebte Dieter Bohlen.

“Ma kucken, wat er sacht.” – eine typisch niederrheinische Ausdrucksweise.

Wie wäre es denn ersatzweise mit einem Schneidegerät für Goldfischkrallen, einen Anzug für Goldhamster, der den possierlichen Tierchen endlich den aufrechten Gang ermöglicht? Süßigkeiten wie Marzipan oder leckerer Käse, die die Pfunde purzeln lassen wären auch eine geniale Idee.

Da bekommt man gleich die Dollarzeichen in die Augen. Dafür gibt es leider schon die passenden Kontaktlinsen mit eben diesem Motiv.

Schade – Geschäft gelaufen.

Zur Not bliebe ja immer noch die Züchtung von speziellen Pflanzen oder Gemüsesorten, die gerade händeringend gesucht werden. Kennst Du eigentlich die mittelasiatische Gebirgsprimel? Hat großes Potential, ein Renner zu werden.

” Verkoppt toch Gaapmüllekes, Krüttnagels, Komkommers off Kettingspöll.”

(Übersetzung: ” Verticke doch Löwenmäulchen, Gewürznelken, Gurken oder Löwenzahn.” )

Was allerdings unweigerlich zu Reichtum, Ansehen, Popularität, Glück und “und” führt ist….

Jawoll – Filmstar!

Das war früher so – das ist auch noch heute so.

Marilyn Monroe und Cary Grant sind heute noch genauso in aller Munde, wie Brad Pitt oder Angelina Jolie.

Als Filmstar ist und bleibt man nun mal unvergessen.

Aha – hier haben wir also die Lösung! Weil man auch ohne Vorkenntnisse oder den langjährigen Besuch einer Schauspielschule dabei zu etwas kommen kann. Man muss es nur versuchen.

Stelle Dich einmal testweise vor den Spiegel und spreche die Worte:

“Ich Tarzan – du Jane.”

Kann doch wohl jeder (hihi) – und zack, ist man weltberühmt. Zur Not veröffentlicht man das zunächst auf Youtube – dann weiß man schnell, ob es geklappt hat.

Neuerdings sieht man immer mehr so genannte animierte Filme – also Streifen, die mit dem Computer gemacht worden sind und wo kein Mensch mehr als Akteur benötigt wird.

Teilweise sind die sogar ganz amüsant, manche aber einfach nur grauenhaft.

Das führt mich automatisch zum Lichtspielhaus – auch Kino genannt.

Wenn man heutzutage ins Kino geht, dann ist man überrascht, welch eine fantastische Technik für Auge und Ohr mittlerweile geboten werden. Da fühlt man sich tatsächlich manchmal in die Handlung mit einbezogen, wenn der Streifen in 3-D läuft und bleibt bis zum Abspann sitzen, weil man der Ansicht ist, den eigenen Namen dort auch zu sichten.

Neuerdings gibt es sogar 4-D-Kinos, bei denen man bewegliche Sitze installiert hat, die einen der Filmhandlung entsprechend durchschütteln und auch noch durch Gebläse im Sitz, vorne und an den Füßen andere Dinge suggerieren.

Also – wenn’s mit der Schauspielerei doch nicht so klappt, wie geplant, dann holt man sich ein wenig Nachhilfeunterricht im örtlichen Kino.

Darüber hinaus kann ich nur jedem den Rat geben, es mal mit harter Arbeit zu versuchen. Das soll hin und wieder auch geklappt haben. Und bedenke: Gesundheit, eine intakte Familie, einige gute Freunde, immer genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf – das ist Reichtum pur! Genieße ihn!

…und gehe hin und wieder trotzdem ins Kino. Es lohnt sich.

In Kleve sah das vor Jahren noch so aus:

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Geheimnisvolles Materborn

Geheimnisvolles Materborn

Mit dieser Kurzgeschichte starten wir eine neue Serie von interessanten Erzählungen – teilweise sogar in Klever Platt -, die von Jan de Schwoon stammen. Viel Vergnügen mit diesen kurzweiligen Episoden aus unserer Heimat.

geheimnisvolles materborn

– Wie verschwand die hl. Hand von Anneken? –

In den Kleverlanden hatte es sich herum gesprochen, dass Jan der Fischersohn aus Nütterden seine mystischen Fähigkeiten für die Menschen in der Region einsetzte. Nachdem er die Unterwelt von Nütterden von den satanischen Dämonen befreit hatte, meldete sich auch Wolfgang L. aus Materborn bei Jan.

„Gefft et sowat ok bej ons in Materborn“ fragte Wolfgang neugierig auf Kleverländisch, „en hebben di alde Gäng van Nöttere een Verbindung norr Materborn?” fragte er gespannt bei Jan nach, „nor de Kriech hebbe se doch de „Hand van ons Anneken“ ütt de Kapäll van Materborn geklaut. Ek was in denn Titt nog enne kleine Jong, mar minen Grootvader hätt ömmer vertällt dat die Schabelönders dörr dij onderirdische Gäng van de Kapäll bess nor Nöttere afgehaue sin. Könnt gej min hälpe off et so es, dat et dor en Verbindung gefft? Alde Materbornse hebben ömmer vertällt, dat dän Duivel dor onder in de Katakomben sett.“

„Da kann ich noch gar nichts zu sagen“ antwortete Jan ihm freundlich, „gerne helfe ich dir weiter, aber ich will erst in den alten Unterlagen und Plänen nachschauen, die ich aus den Katakomben vom Hingstberg in Nütterden retten konnte. Am besten wir treffen uns am Samstagmittag bei Schneiders auf der Dorfstrasse in Materborn, dann sehen wir weiter.“

Es war etwas regnerisch, als Jan durch die bleiverglaste Türe in das Gasthaus Schneiders eintrat. Heinz-Günter, der Wirt musterte den Ankömmling skeptisch von oben bis unten, tat dann aber so, als sähe er den Gast gar nicht und zapfte weiter an einem Glas Bier hinter seiner Theke. Jan setzte sich an den großen runden Tisch direkt am Eingang. Marion die Wirtsfrau, die dabei war Gläser zu spülen, wischte sich die Hände trocken und fragte Jan dann freundlich „was darf es sein?“ Jan bestellte ein Bier und fragte nach, ob sie einen Wolfgang L. kenne. „den kenne ich gut“ antwortete die Wirtsfrau, “der sitzt gerade bei „Tante Änne“ in der Küche und spricht mit ihr über alte Geschichten aus Materborn.“ Kaum hatte sie das ausgesprochen kamen Wolfgang und Tante Änne auch schon aus der Küche und setzten sich bei Jan an den Tisch.

„Dat es jo prima Jan, dat gej ons wat öwer die alde Gäng vertelle wellt“ kam sie auf Jan zu, „van et fruchjor hebbe se ennen Maiboom hier bej ons op dän Hoff obgesett. Dorbej sin se bej et ingrawe van dän Boom ok op en gemätzelte Muur gestoote. Dän Maiboom es dorbej 3 Meter ingesackt. En de Menze hadden dadör van det Johr mar enen korte Maibom, worr se niet doronder Danze kose“, sprudelte es aus Tante Änne auf Kleverländisch hervor. „En vör de Kapäll es vor kortem ok en grot Lokk in de Stroot ingebroke. Dat hätt doch bestemmt ok met di alde Gäng te duun“ begrüßte auch Wolfgang den Besucher aus Nütterden. Nachdem alle Platz genommen hatten und Marion die Wirtsfrau für alle Getränke gebracht hatte, breitete Jan seine mitgebrachten Unterlagen aus.

„Ich habe tatsächlich einen alten Plan und Unterlagen in meinem Archiv gefunden, danach gab es eine unterirdische Verbindung von Materborn nach Nütterden“, begann Jan in die staunende Runde zu berichten. „Von der St. Anna Kapelle, zur späteren St. Anna Kirche, bis hier unter ihrem Gasthaus hindurch war eine erste Verbindung bis Burg Ranzow“ fuhr Jan fort „ Möglicherweise hat der Erbauer der Burg, Georg Friedrich Ludwig von Nassau-Siegen im 17. Jahrhundert die unterirdischen Katakomben erbaut, um auf diesem Wege zum Beten in die St. Anna Kapelle zu gelangen. Die Kapelle hatte zu diesem Zeitpunkt schon rund 200 Jahre bestanden. Später im 18. Jahrhundert als Julius Ferdinand Graf von Ranzow die Burg erwarb und ihr auch seinen Namen gab, baute dieser möglicherweise auch den geheimen Gang weiter. Im 20. Jahrhundert soll der alte Pastor Heinrichs die Gänge noch genutzt haben um von der Kirche unerkannt hier in die Gastwirtschaft zu kommen.“

„Dor heb ek ewel nex van geweete“ unterbrach die streng gläubige Tante Änne barsch die Ausführungen von Jan „onsen Heerome es ömmer dör de Voordöör gekomme, mar now“ zweifelte sie plötzlich „wie gej dat so vertällt, ek was nog en Kind, mar now kömmt et min wär inne Senn, in dän alden Krüppkelder onder de Köök was en tugemäzelte Döör. Et kann gut sin, dat et dor norr die alde Gäng ging.“

Bevor Jan die alten Pläne weiter erklären konnte, vernahmen sie aus dem kleinen Saal, der nur durch eine kleine Flügeltür von der Gastwirtschaft getrennt war, den alt bekannten Klang eines Liedes. Der Männergesangverein von Materborn hielt seine wöchentliche Gesangsprobe ab. Voll Inbrunst sangen sie das von Johann Thyssen kreierte Materborner Heimatlied;

Liegt ein Dörflein still verträumt am Waldessaum,
stiller Friede liegt hier über Feld und Raum
jeder Fremde ist von seinem Reiz gebannt.
Soll ich dir sagen wie das Dörflein wird genannt:

O, Materborn, du bist die Heimat mein
der Materborner Schweiz gehör ich ganz allein;
wo meine Wiege stand, wo ich ging ein und aus,
da ist die Heimat mein, da steht mein Vaterhaus!

Wo ich als Kind so gern gespielt, getollt, gelacht,
wo ängstlich mir die Mutter jeden Schritt bewacht,
wo ich als junger Bursch´ voll Übermut geschäumt,
wo zärtlich ich den ersten Liebestraum geträumt.

Und wenn ich einst aus diesem Leben scheiden muss,
dir stilles Heimatdörflein gilt mein letzter Gruss;
drückt mir der Tod dereinst die müden Augen zu,
find´ ich, so Gott es will, bei dir die ew´ge Ruh´!

Das Gasthaus hatte sich inzwischen gefüllt und alle Heimatverbundene Gäste sangen dieses Lied mit. Als es wieder etwas ruhiger geworden war und alle einen guten Schluck aus ihren Gläsern genommen hatten, schauten Wolfgang und Tante Änne erwartungsvoll auf Jan, bevor dieser mit seinen Erkenntnissen fortfuhr.

„Der Graf von Ranzow soll die unterirdischen Gänge als Fluchtwege, die bei eventuellen Kriegen genutzt werden konnten, gebaut haben. Der nächste Abschnitt ging zunächst bis „Haus Bresserberg“. Als der Schuhfabrikant Gustav Hoffmann das Anwesen Anfang des 20. Jahrhundert kaufte, sollen die Bauarbeiter beim Umbau auf den alten Gang gestoßen sein. Später kauften die Eheleute Schmitz das Haus und bauten es zu einem über die Grenzen von Materborn hinaus bekannten Tanzlokal um. Der so genannte niedere und höhere Klever Adel verkehrte in dem Haus. Es ging schon damals das Gerücht um, das ganz mutige Tänzer in den Katakomben von Bresserberg nicht nur getanzt hätten.“ „Bei Puppa Schmitzt war ich auch schon mal tanzen“ unterbrach ihn nun Wolfgang und verdrehte dabei vielsagend die Augen, bevor Jan fort fuhr.

„Von hier aus, so steht es in dem alten Plan, gelangt man zu einem größeren Stollen auf dem Galgenberg. Als Ende des 19. Jahrhunderts hier ein Aussichtsturm errichtet wurde, soll man hier auf ein großes Gewölbe gefunden haben, worauf der frühere Scharfrichter von Cleve vom 16. bis 18. Jahrhundert die Todesurteile vollstreckte. Über Haus Ida, dem Tiergartenwald und der Schlucht bei Donsbrüggen soll dann ein langer Gang bis zum alten Forsthaus an den Sieben Quellen gebaut worden sein. Aus meinen Unterlagen ist nicht ganz ersichtlich wer diesen Abschnitt gebaut hat“ endete Jan mit seinem Vortrag.

„Dat es jo en Deng“ staunte Tante Änne nicht schlecht „ wat gej dor alles herütt gevonde hebt“ sie schlug Jan anerkennend auf die Schulter und verschwand wieder in ihre Küche. „En wat es met die Dieve, die norr de Kriech de hl. Hand van ons Anneke gestoole hebbe? Sinn die dörr die alde Gäng geflöcht?“ fragte Wolfgang noch mal an Jan gerichtet. „Möglich ist es“ erwiderte Jan „ich kann aus den mir bekannten Unterlagen nicht erkennen ob die unterirdische Verbindung nach dem 2. Weltkrieg noch bestand oder heute noch besteht. Das müssten weitere, neuere Untersuchungen ergeben.“

„Dan segg ek o van Horte bedankt Jan, gej hebt min vööl vertällt, wat ek sönst noit erfoore hatt van min Heimat. Lott ons nog en biertje drenke, fless geeft et nog meer materbornse dij wat meer weete“. Wolfgang bestellte noch mehrere Biere bevor sich die beiden, das Materborner Lied singend, auf den Heimweg machten…

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