{"id":16299,"date":"2015-09-12T07:20:33","date_gmt":"2015-09-12T05:20:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/?p=16299"},"modified":"2015-08-25T14:07:17","modified_gmt":"2015-08-25T12:07:17","slug":"danz-op-de-schanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/buecher-ueber-kleve\/clevia-akten-mystische-geschichten\/danz-op-de-schanz.html","title":{"rendered":"Danz op de Schanz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">Wie versprochen hier die n\u00e4chste Kurzgeschichte, die uns Jan de Schwoon pr\u00e4sentiert. Auch f\u00fcr das mystische Titelbild zeichnet er verantwortlich. Viel Vergn\u00fcgen beim Lesen, wie Schenkenschanz einst gerettet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/danz-op-de-schanz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-16300\" src=\"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/danz-op-de-schanz.jpg\" alt=\"danz op de schanz\" width=\"650\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/danz-op-de-schanz.jpg 650w, https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/danz-op-de-schanz-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span style=\"color: #880000;\">Danz op de Schanz\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong><span style=\"color: #880000;\">&#8211; oder &#8222;F\u00e4hrman hol \u00fcber&#8220; &#8211;<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Es ist das gro\u00dfe\u00a0Ereignis eines jeden Jahres. Im Juli findet der traditionelle Jahrmarkt auf der Insel Schenkenschanz statt. Alle gedenken den furchtbaren Kriegsereignissen der Vergangenheit und sind mit den Vorbereitungen besch\u00e4ftigt ein gro\u00dfes Dorffest zu feiern. Die kleinen Gassen im Dorf werden geputzt und geschm\u00fcckt. Jede Familie ist auf den Beinen und holt Brot, W\u00fcrste, Schinken und F\u00e4sser mit Bier aus den Vorratsr\u00e4umen hervor, um mit den zu\u00a0 erwartenden G\u00e4sten aus den umliegenden D\u00f6rfern zu tanzen und zu feiern.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Leben auf der Insel Schenkenschanz war schon immer ein entbehrungsreiches Leben gewesen. Nur eine Stra\u00dfe f\u00fchrte vom Nachbarort D\u00fcffelward bis zum Rhein. Von hier aus mussten alle G\u00fcter und das Vieh mit einer F\u00e4hre auf und von der Schanz transportiert werden. Der komplette Ort an der Gabelung von Waal und dem Nederrijn, wird vom Rheinwasser umsp\u00fclt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wie schon so oft, h\u00f6rte man auch in diesem Jahr vor dem Jahrmarktfest immer \u00f6fter laute Rufe \u201eF\u00e4hrmann hol \u00fcber\u201c. Ohne diese F\u00e4hre w\u00e4ren die Menschen auf Schenkenschanz nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig. Insbesondere bei Hochwasser konnten keine anderen Schiffe an der Schanz anlegen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Viele\u00a0Menschen aus umliegenden D\u00f6rfern wollen heute zum Jahrmarkt mit der F\u00e4hre \u00fcbersetzen um mit den Sch\u00e4nzern zu feiern. Die musizierenden Zigeuner, die mit ihren tanzenden B\u00e4ren, seit eh und je auf dem Jahrmarkt auftraten, kamen von ihrem Quartier in Griethausen um zu musizieren und ihre Kurzwaren anzubieten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch Jan der Fischersohn aus N\u00fctterden mit seinen mystischen F\u00e4higkeiten war von dem Dorf \u00c4ltesten eingeladen worden. Jedoch nicht ohne Hintergedanken. Seit einiger Zeit trieb der \u201eDer D\u00e4mon Geryon\u201c wieder sein Unwesen in der D\u00fcffelt. Immer zum Jahrmarktsfest forderte er sein Opfer auf der Schanz. Der letztgeborene Knabe aus dem Ort sollte dem D\u00e4mon auf dem Blutstein vor den Kirchenstufen von St. Martin geopfert werden. Dieser Blutstein war ein alter Opferstein, der aus den Tiefen der alten, urspr\u00fcnglichen Festung von Schenkenschanz reichen soll. Unter den Dorfbewohnern hielt sich hartn\u00e4ckig das Ger\u00fccht, dass dieser Opferstein einen alten Zugang abdeckt, der bis in die Katakomben der H\u00f6lle f\u00fchrt. Keiner traute sich diesen Stein zu bewegen. Im Gegenteil, immer wieder fanden sich, \u00fcbers Jahr verteilt, kleine Opfergaben auf dem Stein.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jan wurde herzlich von Bauer F\u00f6ns dem Dorf \u00c4ltesten begr\u00fc\u00dft, er lud Jan in einem Hinterzimmer des Spritzenhauses ein, um ihn von seinen Sorgen zu erz\u00e4hlen. Bauer F\u00f6ns wusste, dass Jan der Fischersohn aus N\u00fctterden der einzige war, der mit den D\u00e4monen in der D\u00fcffelt fertig werden konnte. W\u00e4hrend in den schmalen Gassen von Schenkenschanz gro\u00dfer, ausgelassener Trubel herrschte, kreiste der \u201eGeryon\u201c schon, f\u00fcr die Feiernden nicht sichtbar, um den Kirchturm. Bauer F\u00f6ns weihte Jan ein, dass in diesem Jahr kein Knabe geboren war. Wie w\u00fcrde der D\u00e4mon Geryon reagieren, wenn sie ihm kein Opfer pr\u00e4sentieren w\u00fcrden? W\u00fcrde er die Bewohner der Schanz bestrafen? Was w\u00fcrde geschehen wenn der Blutstein vor dem Portal der Kirche leer blieb? In der Vergangenheit hatten schreckliche Hochwasser die Insel und die Region heimgesucht, wo Menschen und Vieh zu Tode kamen wenn der D\u00e4mon seinen Tribut nicht bekam. Die nahe gelegene Biesenburg, Huis Haelt und die Kirche von Brienen waren den Fluten schon zum Opfer gefallen und untergegangen. Obwohl\u00a0die Menschen hier in der D\u00fcffelt alle Christen sind, war der Aberglauben tief in ihnen verwurzelt. Sie hatten ihn \u00a0nie abgelegt,\u00a0darum\u00a0f\u00fcrchtete auch Bauer F\u00f6ns wieder so eine schreckliche Katastrophe.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jan sp\u00fcrte durch seine mystischen F\u00e4higkeiten, dass der D\u00e4mon Geryon nicht weit war, als er dem Bauer aufmerksam zuh\u00f6rte. Ungute Schwingungen bewegten die L\u00fcfte \u00fcber der Schanz. Stand etwa eine neue Katastrophe kurz bevor? Jan \u00fcberlegte kurz, dann dr\u00e4ngte er den Bauer F\u00f6ns aus dem Spritzenhaus. \u201eWir d\u00fcrfen keine Zeit verlieren F\u00f6ns, wir m\u00fcssen sofort zur Kirche. Es gibt vielleicht eine M\u00f6glichkeit das Unheil abzuwenden.\u201c Die Beiden bahnten sich einen Weg durch die feiernden Menschen, ohne Panik zu verbreiten. \u201eWir m\u00fcssen sofort die Glocke von St. Martin l\u00e4uten, du hast mir doch erz\u00e4hlt F\u00f6ns, dass die Glocke aus der untergegangenen Kirche von Brienen stammt. Die Niederlage, das diese Glocke gerettet wurde, kann der D\u00e4mon nicht ertragen. Mit dem Klang dieser Glocke werden wir Geryon vertreiben.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Dies lie\u00df sich der Bauer nicht zweimal sagen und zog an das Glockenseil mit voller Inbrunst. Er wusste es ging um sein Leben und das der Dorfbewohner. Der Glockenklang \u00fcber Schenkenschanz verursachte ein kr\u00e4ftiges, unheimliches Rauschen \u00fcber die ganze Niederung. Mit einem gro\u00dfen schwefelhaltigen Feuerschweif st\u00fcrzte der D\u00e4mon Geryon vom Himmel in die Tiefe neben der Kirche St. Martin. Der gro\u00dfe, schwere Blutstein wurde von unsichtbarer Hand zur Seite geschoben und Geryon verschwand in den Tiefen der Katakomben. Mit lautem Krachen st\u00fcrzte der Opferstein wieder auf den D\u00e4moneneingang und verschoss ihn f\u00fcr immer.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Jan und F\u00f6ns aus der Kirche heraus kam, war von dem ganzen Geschehen nichts mehr \u00fcbrig. Nur ein leichter Schwefelgeruch war noch wahrzunehmen. Schenkenschanz war gerettet. Nie mehr musste ein Knabe geopfert werden. Der Klang der Glocke aus der untergegangenen Briener Kirche, sollte die Bewohner von nun an vor satanischen D\u00e4monen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jan und Bauer F\u00f6ns mischten sich unter die fr\u00f6hlichen Menschen, die nichts von dem dramatischen Vorgang mitbekommen hatten. Nun konnten auch sie \u201eDanzen op de Schanz\u201c und feierten mit Ihnen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bis sp\u00e4t in der Nacht konnte man den Ruf h\u00f6ren \u201eF\u00e4hrmann hol \u00fcber\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie versprochen hier die n\u00e4chste Kurzgeschichte, die uns Jan de Schwoon pr\u00e4sentiert. 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