{"id":18484,"date":"2016-04-29T07:00:02","date_gmt":"2016-04-29T05:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/?p=18484"},"modified":"2016-03-31T12:23:36","modified_gmt":"2016-03-31T10:23:36","slug":"der-klever-schwan-kommt-aus-nuetterden-letzter-abschnitt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/buecher-ueber-kleve\/clevia-akten-mystische-geschichten\/der-klever-schwan-kommt-aus-nuetterden-letzter-abschnitt.html","title":{"rendered":"Der Klever Schwan kommt aus N\u00fctterden &#8211; Letzter Abschnitt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Klever Schwan kommt aus N\u00fctterden &#8211; Letzter Abschnitt\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Hier der Schluss dieser interessanten Geschichte von Jan de Schwoon&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-18478\" src=\"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/der-klever-schwan.jpg\" alt=\"der klever schwan\" width=\"650\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/der-klever-schwan.jpg 650w, https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/der-klever-schwan-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>Als sie die Renne weiter befuhren bemerkten sie auf der parallel zum Fluss verlaufenden Weg \u201eKuhstronzeglei\u201c genannt, einen Reiter. Es war der \u201eJunker Alexander von Donsbr\u00fcggen\u201c der auch auf dem Weg nach Cleve war. \u201eK\u00f6nnt ihr mir hier in der Gegend eine Herberge empfehlen?\u201c rief Lohengrin dem Junker zu. Dieser verlangsamte seinen Ritt und rief zur\u00fcck: \u201eIn Arenacum, in et \u201eGut op gen Poll\u201c nit wiet wech van hier, dor k\u00f6nt gej \u00e4te en schlope. Ek sin eiges op de Wech dor hen. Wenn gej wellt bestell ek wat de \u00c4te en een Kamer vor ow\u201c. \u201eMache das Junker, wir kommen gleich. Es soll dein schaden nicht sein\u201c antwortete Ritter Lohengrin erfreut. Leicht ersch\u00f6pft von der Reise \u00fcber die Renne, wurden Lohengrin und Jan, dieser hatte wieder die Gestalt eines Menschen angenommen, vom \u201eProvisor\u201c des Gutes freundlich empfangen. Das Gut wurde von Kurf\u00fcrst Friedrich Wilhelm von Brandenburg als Jagdhaus genutzt deshalb war die ger\u00e4umige Halle, in der auch die Mahlzeit eingenommen wurde, voll mit Jagdtroph\u00e4en geschm\u00fcckt. \u201eGujen Dag edler Ritter\u201c empfing auch der Junker Alexander die beiden Ank\u00f6mmlinge. \u201eEk hoop dat alles gut es wat ek f\u00f6r ow bestellt heb Heer\u201c\u201c und zeigte auf eine reich gedeckte Tafel. \u201eDanke Junker, wir sind froh diese Herberge f\u00fcr heute gefunden zu haben. Morgen werden wir auf der Burg in Cleve erwartet, so k\u00f6nnen wir dort ausgeruht erscheinen. Seid mein Gast, esst und trinkt so viel ihr wollt.\u201c erwiderte Lohengrin. \u201eEk ben Junker \u201eAlexander van Donsbr\u00fcggen\u201c Stellte sich der Angesprochene nun vor und verbeugte sich vor dem stattlichen Ritter. \u201eOk ek benn m\u00e4rgen fruch op de Burg van Kleef ingeloje, min Cosine Elsa van Brabant traut dor ennen Ritter.\u201c \u201eWelch eine \u00dcberraschung, dieser Hochzeiter bin ich\u201c, freute sich Lohengrin \u201eda haben wir den gleichen Weg. Ja, ich erinnere mich, Elsa hat mir schon von dir erz\u00e4hlt, bist du nicht der tapfere Alexander, nach dem in den Niederlanden die \u201ePrinz Alexander Laan\u201c benannt wurde?\u201c \u201e Joo denn sin ek\u201c stammelte Alexander leicht err\u00f6tend. Die beiden hatten sich an dem Abend bei einem guten Glas Wein noch viel zu erz\u00e4hlen, wobei sich Jan dezent im Hintergrund hielt.<\/p>\n<p>Am anderen Morgen brachen Lohengrin und Jan, gest\u00e4rkt durch ein kr\u00e4ftiges Fr\u00fchst\u00fcck, auf nach Cleve. Junker Alexander war schon fort, sie hatten sich auf der Clever Burg beim Hochzeitsfest verabredet. Dort auf der Burg herrschte unter dessen ein reges Treiben. Kaiser Heinrich war schon eingetroffen um an den Feierlichkeiten teil zu nehmen. Im Thronsaal des pr\u00e4chtig geschm\u00fcckten Schlosses hatte Elsa, als die neue Herrin der Burg, die Vasallen ihres verstorbenen Vaters um sich versammelt um sie, so wie es alter Brauch war, den neuen Lehnseid sprechen zu lassen. &#8222;Beugt Euer Knie und schw\u00f6ret mir Vasallentreue, so wie Ihr meinem Vater gedient habt&#8220;, gebot Elsa den Erschienenen. Gehorsam knieten die Gefolgsleute vor den Stufen des Herzogsthrones und hoben die Hand zum Schwur: &#8222;Heil Herzogin Elsa, der Herrin von Brabant!&#8220; gelobten sie ihrer neuen Herrin. Nur einer, Graf Friedrich von Telramund ein Weggef\u00e4hrte ihres Vaters, trat ihr entgegen; er sprach nicht das Treuegel\u00f6bnis, das Elsa als Herzogin rechtm\u00e4\u00dfig verlangte, und er zeigte sich nicht bereit, ihr zu huldigen. \u201eIhr seit mir als Ehefrau versprochen somit bin ich der rechtm\u00e4\u00dfige Erbe eures Vaters und Herr dieses Hauses mit Euch als Weib an meiner Seite \u201c rief der Graf in die erstaunte Runde. Elsa erbleichte. &#8222;Wie k\u00f6nnt Ihr solche anma\u00dfenden Worte sprechen, wie k\u00f6nnt Ihr solche abscheuliche L\u00fcge wagen? Niemals hat mein seliger Vater, der nun in Gottes Frieden ruht, dem Grafen solche Zusage gegeben!&#8220; Antwortete Elsa mit bebender Stimme und mit erhobener Hand schwor sie; \u201eIch gelobe bei Gott, unserem Kaiser Heinrich und dem Verm\u00e4chtnis meines verstorbenen Vater, dass ich einem anderen edlen Herrn versprochen bin\u201c. Graf Talramund trat in die Mitte des Saales, wobei er sich anbiedernd in Richtung des Kaisers verbeugte und rief mit sp\u00f6ttischer Stimme in die Runde; \u201eKaiser Heinrich hat heute den Hochzeitstermin festgelegt, wo ist denn Euer Edelmann, ich sehe hier im Saal keinen der mir ebenb\u00fcrtig w\u00e4re.\u201c Nun erhob sich der Kaiser von seinem goldenen Thron, der neben dem Herzogthron von Elsa stand und verk\u00fcndete mit fester Stimme; \u201eIch glaube meiner ehrenwerten Nichte Elsa und lege hiermit fest; wenn bis zur Mittagszeit ein anderer Edelmann zur Stelle ist wird dieser Elsa von Brabant heute ehelichen, ansonsten heiratet sie als meine folgsame Nichte den Grafen Talramund, diese meine Worte sind unwiderruflich zu befolgen\u201c. Erhobenen Hauptes verlie\u00df er den Saal und hinterlie\u00df eine \u00fcberraschte Versammlung. \u201eWer soll da schon kommen\u201c spottete der Graf triumphierend und zog sich in seine Gem\u00e4cher zur\u00fcck. Elsa sah ihren Pastor Bernadus unter den Anwesenden und bat ihn, mit Ihr in der Schlosskapelle zu beten, dass doch ein Edelmann kommen m\u00f6ge. Eilenden Schrittes suchten sie die Schlosskapelle auf.<\/p>\n<p>Um Punkt zw\u00f6lf Uhr erklangen die Turmglocken der Burg mit einem festlichen Gel\u00e4ut, die weit in die Niederrheinlande zu h\u00f6ren waren. Die gesamte adelige Gesellschaft hatte sich wieder im gro\u00dfen Festsaal der Burg versammelt und harrten der Dinge die da kommen w\u00fcrden. Elsa sa\u00df wieder neben dem Kaiser auf ihrem Thron und nestelte nerv\u00f6s an ihr festliches Gewandt. \u201eDort, dort\u201c rief rief ein Knappe aufgeregt und zeigte auf den Fluss unterhalb der Burg. Alle Blicke wandten sich zum Strome hin und siehe da, auf dem \u201eKermisdahl\u201c nahte ein Kahn, in dem stand aufrecht ein stolzer Ritter in einer silbern schimmernden Waffenr\u00fcstung. Gezogen wurde das ungew\u00f6hnliche Gef\u00e4hrt von einem pr\u00e4chtigen wei\u00dfen Schwan, der mit einer silbernen Kette den Kahn zog. \u201eHurra, hurra, hurra\u201c schallte es dem ankommenden Ritter von den versammelten Edelleuten entgegen, als er die Stufen der Burg hinauf ging. Jan, der wieder die Gestalt eines Menschen angenommen hatte, trug die schwere Holztruhe mit dem goldenen Schwan und begleitete nun Lohengrin als Trauzeuge. Oben im Festsaal ging ein Raunen durch die Reihen, als die Beiden dort eintrafen. \u201eMein Name ist Lohengrin\u201c Stellte sich der edle Ritter vor nachdem er sich vor Elsa und dem Kaiser hin gekniet hatte. \u201eIch bitte Euch Kaiser Heinrich um die Hand eurer Nichte Elsa von Brabant\u201c, und Elsa zugewandt, \u201eWeil ich von Eurer liebenswerten Sch\u00f6nheit reden h\u00f6rte, bin ich hierher geeilt: Erlaubet mir, dass ich um Eure Hand bitte, Herzogin Elsa, dass ich Euch bitte, mit mir in ritterlicher Minne den Ehebund zu schlie\u00dfen.&#8220; Mit hochroten Kopf antwortete Elsa; \u201eIhr habt mir die Ehre zur\u00fcck gegeben Ritter Lohengrin, weil ihr heute hier erschienen seid, wenn mein Oheim Kaiser Heinrich es erlaubt, nehmt mich zu eurem Weibe&#8220;. Der Kaiser erhob sich von seinem Thron als er Sprach: \u201eSo soll es sein Herzog und Herzogin von Cleve, ruft den Pfarrer damit er euch auch Gottes Segen gibt\u201c. Graf Talramund hatte verloren. Nachdem der Kaiser diese Worte gesprochen hatte, verlie\u00df der Graf fluchtartig den Saal und ward nie mehr auf der Burg gesehen.<\/p>\n<p>In Anwesenheit von Jan und Junker Alexander als Zeugen, traute Pastor Bernadus aus Donsbr\u00fcggen den Ritter Lohengrin und die Herzogin Elsa. Er segnete sie im Namen Gottes als Mann und Frau. \u201eUnd nun hier mein Brautgeschenk an die Herzogin und die Burg von Cleve\u201c rief der Ritter in die neugierig gewordene Hochzeitsrunde. Er \u00f6ffnete die schwere Truhe und hob den goldenen Schwan empor mit den Worten: \u201eDieser Goldene Schwan wurde in N\u00fctterden f\u00fcr euch gefertigt, setzt ihn auf den h\u00f6chsten Turm dieser Burg. Der goldene Schwan soll euch und eure Untertanen alle Zeit besch\u00fctzen.\u201c Unter riesigem Jubel der Hochzeitsgesellschaft sprach er weiter; \u201eDiese Burg soll ab heute Schwanenburg hei\u00dfen und weit \u00fcber die Grenzen von Cleve Ruhm erlangen. Lasst uns den Tag geb\u00fchrend feiern\u201c Es begann ein rauschendes Fest, so wie es die Burg und die Stadt Cleve noch nie gesehen hatte. Bevor sich der Herzog und die Herzogin zu sp\u00e4ter Stunde in ihre Kemenate zur\u00fcck zogen, erinnerte Lohengrin seine Frau noch mal eindringlich an das Gel\u00f6bnis, an das er durch das Gebot seines Ritterordens gebunden sei. &#8222;Niemals darfst du mich nach meiner Herkunft fragen, Elsa&#8220;, sagte er mahnend, \u201eniemals\u201c. \u201eBrichst du dieses Gel\u00f6bnis, so bin ich dir auf immer verloren!&#8220; So lebten sie einige Jahre gl\u00fccklich und zufrieden und bekamen zwei Kinder.<\/p>\n<p>Bis eines Tages, als Elsa es vor Neugierde nicht mehr aushielt. &#8222;Sind wir es nicht unsern Kindern schuldig, dass sie die Herkunft ihrer Eltern kennen?&#8220; Lohengrin fuhr auf. &#8222;Elsa&#8220;, rief er beschw\u00f6rend, &#8222;du spielst mit unserm Ehegl\u00fcck! Elsa, halt ein!&#8220; Aber ihr Wort war nicht mehr zur\u00fcckzuhalten. &#8222;Wenn du mich ehrlich liebst, so sage mir, Lohengrin, welcher Herkunft du bist. . .&#8220; Totenbleich blickte er auf die Frau, die er so liebte. &#8222;Elsa, nun ist es um unser Ehegl\u00fcck geschehen. Das verh\u00e4ngnisvolle Wort ist gesprochen. Sieh dort hin\u00fcber zum Kermisdahl!&#8220; Sie blickte in die Richtung zum Strom, wohin sein ausgestreckter Arm zeigte. Ruhig und gemessen n\u00e4herte sich von dort der Schwan Jan, den sie kannte mit dem Boot, das ihr einst den Geliebten zugef\u00fchrt hatte. \u201eDu hast es so gewollt\u201c, sagte Lohengrin mit trauriger Stimme und eilte hinunter zum Fluss. So mysteri\u00f6s wie er gekommen war, so verschwand der Ritter wieder. Er war f\u00fcr immer f\u00fcr die Herzogin von Cleve und ihre Kinder verloren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klever Schwan kommt aus N\u00fctterden &#8211; Letzter Abschnitt\u00a0 Hier der Schluss dieser interessanten Geschichte von Jan de Schwoon&#8230; Als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/buecher-ueber-kleve\/clevia-akten-mystische-geschichten\/der-klever-schwan-kommt-aus-nuetterden-letzter-abschnitt.html\" class=\"more-link\"><span class=\"more-button\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Der Klever Schwan kommt aus N\u00fctterden &#8211; Letzter Abschnitt<\/span><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[615],"tags":[3878],"class_list":["post-18484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-clevia-akten-mystische-geschichten","tag-der-klever-schwan-kommt-aus-nuetterden-letzter-abschnitt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18484\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}