{"id":20088,"date":"2016-11-23T07:30:24","date_gmt":"2016-11-23T05:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/?p=20088"},"modified":"2016-10-24T11:15:41","modified_gmt":"2016-10-24T09:15:41","slug":"die-magd-fine-und-der-laie-grimoldus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/buecher-ueber-kleve\/clevia-akten-mystische-geschichten\/die-magd-fine-und-der-laie-grimoldus.html","title":{"rendered":"Die Magd Fine und der Laie Grimoldus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Magd Fine und der Laie Grimoldus<\/strong><\/p>\n<p>Hier wieder eine interessante Kurzgeschichte von Jan de Schwoon:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-20089\" src=\"http:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/die-magd-fine.jpg\" alt=\"die-magd-fine\" width=\"850\" height=\"554\" \/><\/p>\n<p>&#8211; Was geschah wirklich am Wegekreuz an der \u201eKr\u00fcsse Straat in Kennele\u201c? &#8211;<\/p>\n<p>Vor Urzeiten begab es sich, dass auf dem Kreuzhof, der in unmittelbarer N\u00e4he der Kr\u00fcsse Straat in Kennele stand, gro\u00dfe Aufregung herrschte. Die Magd Fine war vom abendlichen Gebet am Wegekreuz zum Kreuzhof stand, nicht zur\u00fcck gekehrt.<\/p>\n<p>Fine soll vor ihrer Stellung als Magd auf dem Kreuzhof, eine Novizin im Marienstift Bedburg gewesen sein. Sie trat schon mit 10 Jahren dem Frauenorden bei. Mit knapp 18 Jahren musste sie den Orden verlassen weil sie mit ihren, f\u00fcr damalige Zeiten provozierenden Thesen, an die \u00d6ffentlichkeit drang. Mit ihren mystischen Visionen und Prophezeiungen in Form von Gedichten und Liedern, soll sie das Klosterleben durcheinander gebracht haben. Sie soll eine hoch gebildete Frau gewesen sein, die mutig genug war in einer von M\u00e4nnern dominierten Welt, ihre Visionen einzusetzen. Der Graf von Kleve, dem das Stift Bedburg unterstand, soll die Versetzung zum Kreuzhof pers\u00f6nlich angeordnet haben, um weitere Unruhe in dem Stift zu vermeiden.<\/p>\n<p>Der Kreuzhof war der Haupthof der Bauernschaft Sombrienen, der noch weitere Unterh\u00f6fe hatte, die zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet waren. Die Bauernschaft soll sich bis zur Dorfmitte von Kennele und ihrer Kirche St. Willibrord erstreckt haben. Der Bauer vom Kreuzhof und seine Familie waren streng gl\u00e4ubige Christen, darum soll er von der Anordnung des Grafen nicht sehr begeistert gewesen sein. Seine Obrigkeitstreue erlaubte ihm allerdings keinen Widerspruch. Da die Familie seit Generationen das Heiligenh\u00e4uschen an der Wegkreuzung pflegte, sollte diese Aufgabe nun die neue Magd Fine nach ihrer Arbeit auf dem Hof \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Was war nun mit Fine geschehen? Wollte der Bauer vom Kreuzhof die Magd wieder loswerden? War ein Ungl\u00fcck geschehen? Lebte Fine \u00fcberhaupt noch? Viele Fragen und noch keine Antworten.<\/p>\n<p>Noch ahnte niemand, dass l\u00e4ngst ein anderer in das Geschehen eingetreten war. Jan der Fischersohn aus N\u00fctterden kam auf den Plan. Durch seine mystischen F\u00e4higkeiten hatte er Kontakt mit der verschwundenen Magd Fine bekommen, die bekanntlich diese F\u00e4higkeiten ebenfalls hatte. Sie lebte scheinbar noch. Aber wo war sie? Um das heraus zu finden eilte Jan zum Ort des Geschehens zum Kreuzhof nach Kennele. Der Bauer war nicht begeistert, als Jan auf seinen Hof eintraf und ihm unangenehme Fragen stellte. Von all den mystischen Dingen wollte er nichts wissen. Er wolle nur wieder Ruhe auf seinem Hof haben, die seit dem Verschwinden von Fine nicht mehr vorhanden war. Jan war davon \u00fcberzeugt davon, dass der Bauer mehr wusste, bekam aber au\u00dfer den Hinweis von ihm, dass er in der nicht weit von hier entfernten \u201eKr\u00fcssenhoffschenke\u201c wohl mehr erfahren k\u00f6nne, nichts \u00fcber das Verschwinden der Magd heraus.<\/p>\n<p>Jan hatte kein gutes Gef\u00fchl, als er in die dunkel wirkende Schenke eintrat. Nur einige wenige Kerzen gaben ein gelblich, schummriges Licht in dem von Rauchschwaden durchwabernden Schankraum. Jan konnte nur drei G\u00e4ste erkennen, die total besoffen auf ihren St\u00fchlen hingen und den Ank\u00f6mmling lallend begr\u00fc\u00dften. \u201ewej hebben al lang geschlooten\u201c h\u00f6rte Jan eine alte, hagere Frau auf Kleverl\u00e4ndisch rufen. Sie stand rauchend hinter einem gro\u00dfen Tresen in der hinteren Ecke. \u201eet gefft nex merr te drenke\u201c fuhr sie kreischend fort. Jan legte ein paar klevische St\u00fcber auf den schon lange nicht mehr gereinigten Tresen, die sofort von der Wirtin unter einem alten Wischtuch verschwanden. Bevor sie wieder laut ihre Stimme erhob, befragte Jan sie nach Fine. \u201eek heb et ok gehoort dat se wech es, ek weet \u00e4wel van nex, mar dor achter innen huck sett Grimoldus all sent twee dagen te s\u00fcppe en te schraue, en betole kann he ok nit, froch denn mar\u201c kam es kr\u00e4chsend aus ihr heraus.<\/p>\n<p>Jan schaute in die dunkle Ecke und sah einen in sich gekauerten, gut ern\u00e4hrten jungen Mann, der nur vor sich hin stierte und immer nur den einen Satz wiederholte \u201eek heb se doch so lief, ek heb se doch so lief\u2026\u2026.\u201c Jan setzte sich an den Tisch des Mannes, der so gar nicht in dieses Milieu der Schenke passen wollte. Nachdem er ihn etwas beruhigen konnte sprudelte es nur so aus Grimoldus heraus. Er sei Laienprediger in der Kirche vom heiligen Willibrord, dort sei er auf die Magd Fine aufmerksam geworden. Sie h\u00e4tten sich ein paar mal am Wegekreuz am Kreuzhof zum Beten getroffen, wo sie aber vom Bauer des Hofes erwischt wurden, als sie sich zum Abschied k\u00fcssten. Darauf hin zwang der Bauer, Grimoldus die Magd zu entf\u00fchren und notfalls in den Fluten des Rheins bei Schmitthausen, verschwinden zu lassen. Ansonsten w\u00fcrde er das was er gesehen hatte \u00f6ffentlich machen und die Beiden mit Schimpf und Schande belegen. So wollte der Bauer die ihm nur Unruhe bringende Magd wieder los werden. \u201eek heb se doch so lief\u201c stammelte Grimoldus weiter \u201eek kann dij Dern doch nex duun, dorom heb ek sej bowen in de Kerkt\u00f6rm van unse lieven Willibrord verstopt, wat kann ek blos duun.\u201c Beruhige dich erstmal wirkte Jan leise auf ihn ein, komm wir werden eine L\u00f6sung finden und Fine erstmal befreien. Erleichtert verlie\u00dfen die zwei unter den sp\u00f6ttischen Blicken der Wirtin die Schenke.<\/p>\n<p>Eine Zeit lang wohnten Grimoldus und Fine nun in N\u00fctterden, nahe von Jan seinem Fischerhaus und gr\u00fcndeten eine Familie. Sp\u00e4ter zogen sie wieder nach Kennele zur\u00fcck wo sie bis an ihr Lebensende gl\u00fccklich lebten.<\/p>\n<p>Der Bauer vom Kreuzhof konnte den Beiden nicht mehr schaden, ihn ereilte bei der Ernte auf seinem Feld ein pl\u00f6tzlicher, unerkl\u00e4rlicher Tod. Es wird gemunkelt das h\u00f6here M\u00e4chte am Werk waren. Wer wei\u00df, wer wei\u00df\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Magd Fine und der Laie Grimoldus Hier wieder eine interessante Kurzgeschichte von Jan de Schwoon: &#8211; Was geschah wirklich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/buecher-ueber-kleve\/clevia-akten-mystische-geschichten\/die-magd-fine-und-der-laie-grimoldus.html\" class=\"more-link\"><span class=\"more-button\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Die Magd Fine und der Laie Grimoldus<\/span><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[615],"tags":[4229],"class_list":["post-20088","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-clevia-akten-mystische-geschichten","tag-die-magd-fine-und-der-laie-grimoldus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20088","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20088"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20088\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20088"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20088"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kle-blatt.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20088"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}