Wer es verstehen möchte: kleine Übersetzungen in Klever Platt

Wer es verstehen möchte: kleine Übersetzungen in Klever Platt

Tja, liebe KLE-Blatt-Fans, wer von Euch weiß noch um die Bedeutung der unverzichtbaren Utensilien Dweil, Stöffer und Schottelschlätt, die im Hochdeutschen nichts anderes bedeuten, als Aufnehmer, Handfeger und Spültuch? Geräte des täglichen Gebrauchs, wenn es um die Reinigung des Zuhauses geht.
Möbel werden verschoben, Stühle übereinander gestapelt und Papa wird mit den Kindern in den Moritzpark entlassen. Jetzt kann gerödelt und gewuselt werden, bis das die Socke qualmt.
Um Euch diesbezüglich unsere Mundart, wie Ihr es bereits von uns gewohnt seid und wenn wir nicht ganz falsch liegen, auch wie Ihr es lieb gewonnen habt, wieder näher zu bringen, beziehungsweise bei den „Könnern“ aufzufrischen, hier ein paar Dinge, die man dabei beachten und benutzen sollte:

Um das ganze Döreen (Durcheinander), welches sich im Laufe eines Jahres angesammelt hat, wieder rächt te röcke (in Ordnung zu bringen),  geht man zunächst ins Kabuff (Abstellraum), um sich Bässem (Besen), Putzlapp (Putztuch) und Emmer (Eimer) zu holen.
Als Erstes sollte man den Boden kääre (kehren) oder moppen (moppen), um ihn dann focht te dweile (feucht aufzunehmen). Anschließend nimmt man sich den Hüllbässem (nein, nicht Heulbesen, sondern schlicht und einfach Staubsauger) und sücht (saugt) den Stoff (Staub) vom Teppichoden auf. Danach nimmt man sich das Semsläar (Fensterleder), um damit einmal gründlich die Rütten (Fenster) und den Rahm (Fensterrahmen) zu reinigen, damit man wieder vernünftig dörrkieke (dadurch gucken) kann. Den Bakk (Bottich) mit dem gebrauchten Wasser schüttet man selbstverständlich in die Gööt (Ausguss). Dabei Obacht geben, dass man nicht anfängt zu schlabbere (verschütten). Wenn man dann alles wieder sauber und zurecht gerückt hat, gilt es noch den Avwass (Abwasch) zu tätigen. Anschließend heißt es noch, avdrööge (abtrocknen) und oprümme (aufräumen),
Das Ganze schließt man ab mit einer guten Tasse Koffie (Kaffee) aus der Dröppelminna (Kaffeekanne). Dabei aufpassen, dass kein Dratz (Kaffeesatz) in die Trööt (Speiseröhre) gelangt, sonst geht das Lälleken (Zapfen) ganz schön ans bebbere (vibrieren) dran, dass man schwer ans kneste (keuchen) kommt.
Strengen Sie sich nicht zu sehr an, liebe Hausfrauen. Es könnte sein, dass Sie einen Hexenschuss davon tragen. Dann ist es vorübergehend vorbei mit Dweil, Stöffer än Schottelschlätt.

Doar hej ännen Hüllbässem van frugger. 🙂
Lot ett ow gut goan!

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