Zähne weg – was nun?

Zähne weg – was nun?

Kennst Du das auch?

Aaahhh!! Hoffentlich lassen die Schmerzen bald nach.
Ich kann nix Festes mehr essen, bloß noch Quark, Joghurt oder Papp (Milchsuppe).
Warum?
Tja,  man hat mir vier Zähne in einer Sitzung gezogen.
Ich wollte es auch nicht anders, denn ich war diese ewig peinigenden Schmerzen endgültig satt und hatte keine Intension, mich nach weiterem mehrstündigen Bohren und Vermörteln damit abzufinden, dass es in einigen Wochen erneut damit losgeht.

Ek hat godoome Tandepinn dat min de Fuutschweet op de Pläät stond.

Übersetzung: (Ich hatte himmelherrgottsackramentnocheinmal Zahnschmerzen, das mich der Fußschweiß auf die weniger behaarte Stelle meines Schädels stehen tat.)

Kennst Du das auch?
Ich meine dieses knackende, knirschende Geräusch, wenn sich die Zahnwurzel vom Kiefer trennt und der Nerv sich noch ein letztes Mal bei Dir meldet und zwar in der Form, dass Du noch lange daran denkst, aber ihn für den Rest der Zeit wohl nie mehr vermissen wirst.
Hinfort mit Dir, Du ewiger Quälgeist, der mich jetzt nie mehr ärgern wird.
Hatte ich gedacht.
Kennst Du Druckstellen?
Ich meine die, die entstehen, wenn man künstliches Kauwerkzeug verpasst bekommt in Ermangelung genügend eigener Beißerchen.
Drei Kilo habe ich bereits an Gewicht verloren, was grundsätzlich mal ein positiver Aspekt dieser Geschichte ist, allerdings macht das Essen mit Schmerzen (eben die Druckstellen) nicht sonderlich viel Spaß.
Daher hier ein paar Auflockerungen zu diesem Thema:

“Herr Ober, reichen Sie mir bitte einen Zahnstocher!” – Ober: “Tut mir leid, momentan sind alle besetzt.”

oder der hier:

Ein Gast im Restaurant: “Herr Ober, die Suppe schmeckt so komisch!” – Na, dann lachen Sie doch!”

Jeden Tag versucht nun mein Zahnarzt, die gemeinen Druckstellen wegzuarbeiten, allerdings mit dem Erfolg, dass sich an anderen Stellen gleich neue bilden. Wahrscheinlich ist irgendwann alles weggeschleift. Scheinbar bin ich ein ganz besonderer Fall – sagt mein Zahnarzt -, was ich nicht so lustig finden kann.
In diesem Fall wäre ich lieber stinknormal und hätte keine Schmerzen mehr.
Was macht man also in seiner ganzen Verzweiflung? Man forscht im Internet nach Lösungen.

Was soll ich sagen?
Du findest millionenfach Anleitungen, wie man die Zähne richtig pflegt, wie man vorbeugen kann, welche Zahnpasta oder Zahnseide die beste ist und das man auf Süßes verzichten soll und und und….

Zähne weg - was nun?

Was hilft das, wenn es bereits zu spät ist und die letzten Kauer der Zange zum Opfer gefallen sind?
Künstlichen Zahnersatz bekommt man, so die Informationen aus dem World Wide Web, am günstigsten in Polen oder aus Tschechien. Oder sogar aus China.
Aber eine Reise mit entsprechendem Aufenthalt dort wird dann finanziell in etwa dem Gleichen entsprechen, als wenn man das Teil hier vor Ort bauen lässt.

Zähne weg - was nun?

Peinlich wäre mir persönlich auch der Gedanke, dass mein Zahnarzt an einem in Übersee georderten Gebiss Korrekturen vornehmen müsste. Vermutlich wären wir dann wieder am Anfang und die neuen Druckstellen würden sich mit entsprechenden Schmerzen zurückmelden.
Ein kluger Spruch heißt ja: “Die Hoffnung stirbt zuletzt.”
Also warte ich geduldig ab, gehe täglich ein wenig schleifen lassen und hoffe, dass mein Körper eines Tages nicht mehr auf den Schmerz reagiert.
Obwohl… aufpassen muss ich dann letztendlich auf mein Gewicht.
Es sollte nicht soweit kommen, dass man bei mir Bulimie (Magersucht) vermutet und ich auf die Frage nach dieser fantastischen Diät dann antworten müsste:

“Lot ow alle Tänd trecke än en scheef Gebett in den Mull dowe, dann sitt geij stracks van et frääte aff.”

Übersetzung: (Lass Dich alle Beisser entfernen und einen nicht so gut passenden Zahnersatz in der Mund reinbauen, dann bisse mich nix dich nix von das unmöndige Essen ab.)

Mit meiner Frau zusammen werde ich die Geschäfte hier abklabastern, um Nahrungsmittel einzukaufen, die die richtige Konsistenz (das perfekte Dinner lässt grüßen) für einen leidenden Minimalesser aufweisen.
In all meinem Schmerz (wein, heul, klag) muss ich – schon meiner Göttin zuliebe – meinen Humor aufrecht erhalten, dann ist die Sache tatsächlich etwas besser zu ertragen.
Darum hier noch einer für Dich, den ich unter normalen Umständen nicht erzählen würde:

Einem feinen Herrn wird im Sex-Club eine ältere Dame zugewiesen. Da meint er sehr energisch: “Das älteste Gewerbe der Welt – ist ja OK. Aber muss es denn ein Gründungsmitglied sein?”

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Mühlenfest Donsbrüggen 1983 mit den “Wette Pööt”

Mühlenfest Donsbrüggen 1983 mit den “Wette Pööt”

1983 spielte die Klever Band “Wette Pööt” zum Mühlenfest in Donsbrüggen auf. Es war wohl die erste Band im Kreis, die Pop-Musik in Klever Platt interpretierte und damit sehr beliebt.

Mühlenfest Donsbrüggen 1983 mit den
(Foto: Sammlung W.Liffers)

Die damaligen Akteure:
Dieter Litjens, Herbert Hübbers, Willi Liffers
Am Schlagzeug: Dieter Timmer
Keyboard: Stefan Hannen

Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Sonne – Frühling – verkaufsoffener Sonntag (Beispiel 2014)
Die gelungene Kombination, um einmal bei reichlich Gedränge durch die Geschäfte in Kleve zu bummeln und sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.
“Läcker en bettje schnöffele, wat et vör den Sommertitt alles ant gäwen dütt.”
(Übersetzung: “Lecker ein bissken schnüffelen, was es für der Sommer so alles geben tuen wird.“)

Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Natürlich waren mein Herzblatt und ich auch vor Ort, um uns den ersten angenehmen Frühlingswind um die Nase wehen zu lassen und die ersten kräftigeren Sonnenstrahlen beim Bummel durch Kleve so richtig zu genießen.
Neben den üblichen Gerüchen und Düften von Bratwurst, Pommes, Popcorn und Anis, was ein wenig an Kirmes erinnerte, erschallten aus allen möglichen Lautsprechern die Hits von Gestern und Vorgestern, manchmal auch von heute. (Hihi)
Was soll ich sagen?
Durch dieses ganze Stimmengewirr und Lautsprechergetöse hindurch hörten wir plötzlich eine glockenhelle Kinderstimme, die entsetzt aufschrie:
“Kumma Mamma! Ich hab en Tier anne Boks!”
Naja, beim näheren Hinsehen entpuppte sich das “Tier” als Marienkäfer, den der Kleine wohl für ein Alien gehalten hatte.
Er trug eine bereits etwas reichlich verwaschene Cordhose, die man vor einigen Jahren nur als ” Manchesterboks ” hier am Niederrhein kannte.
Warum? Ich weiß es nicht.
Am Imbissstand wollte eine stressgeplagte Mutter ihre kleine Tochter gerade davon überzeugen, das Currywurst ein überaus schmackhaftes Sonntagsessen darstellt, das Mädchen aber nur beleidigt feststellte:
“Dat mach ich nich! Ich will ein Eis!”
Apropos: “Kinder”:
Ein Magier holt einen Jungen aus dem Publikum rauf auf die Bühne. Dort gibt er ihm freundlich die Hand und sagt: “Nicht wahr, mein Junge, du hast mich noch niemals zuvor gesehen?”-“Nein, Papa!”
Wir bemühten uns, im Gedränge und Geschiebe einige Meter gutzumachen. Im American Football spricht man da von Raumgewinn. Der lag etwa bei vier Metern pro Minute.
Alsdann vernahmen wir unvermittelt die Wohlklänge eines holländischen Dweilorchest, die es bekanntermaßen schaffen, eine triste Gesellschaft in zwei Minuten auf die Tische zu bringen um sich dort als Breakdancer zu outen.
Im Klever Platt ist ein “Dweil” ein Aufnehmer, also das Wischtuch, nicht der Mann am Mikro eines Gerätes.
Was das mit dem Orchester zu tun hat, erschließt sich mir nicht wirklich.
Aber egal.
Mir gefallen diese Musikertruppen ausgenommen gut, weil sie im Nu geniale Stimmung verbreiten, der sich kaum jemand entziehen kann.
“Die maake Rämmi Dämmi met ör Gebloos än Getrommel, dat de Duuwe ont fliege goan bes noar Pusemuckel.”
(Übersetzung: ” Die machen ein Radau mit die ihr Gebläse und Getrommele, dat die Reisevögel ant fliegen dran gehen tun bis nach Goch oder so…” )
Nach gefühlten vierzehn Tagen unten am Spuckmänneken angekommen, begaben wir uns wieder zurück, um die Stadt hochzulaufen bis zum EOC, wo unser Auto parkte.
In einem Geschäft hatte meine Frau eine hübsche Sommerhose für sich entdeckt und ging daran, sie einmal anzuprobieren.
Was soll ich sagen?
Vor den Umkleidekabinen harrten geduldig mindestens fünfundzwanzig Mädchen und Damen allen Alters aus, um an die Reihe zu kommen.
Das erinnert mich immer an öffentliche Toiletten auf Flughäfen, nach der Landung einer Maschine.
Ich konnte meinen Schatz gerade noch davon überzeugen, am darauffolgenden Werktag nochmal einen Versuch zu starten, als ein uns bekanntes Paar unseren Weg kreuzte und uns ins Gespräch zwang. (Grrrrr)
” Sitt gellie ok so ant schweete beij den ganze Firlefanz hier?”
(Übersetzung: ” Seid Ihr auch so ant schwitzen dran bei der ganze Aufwand hier?“ ) wollte man wissen.
Der weitere Verlauf des Gespräches war nur die übliche Herzieherei über gemeinsame Bekannte und nicht weiter originell oder erwähnenswert.
Endlich waren wir am Parkplatz angekommen und waren nun nicht mehr gewillt, auch noch über den dort aufgebauten Trödelmarkt zu wandern.
Allerdings interessierten uns da grundsätzlich schon eher neue Sachen und nicht vermuffter aldewedse Kram. (Haha)
Zum guten Abschluss noch die tolle Geschichte von den “sprechenden Möbeln”:
Der Liebhaber ist bei ihr zu Hause; zusammen liegen sie im Bett, da hört er plötzlich, wie der Ehemann die Treppe hinaufkommt. Schnell versteckt er sich im Schrank , als er den Mann aufgeregt rufen hört: “Schatz, schnell – draußen brennt’s!” Da hört man plötzlich eine Stimme aus dem Schrank: “Rettet die Möbel, rettet die Möbel!”
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Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Kennste doch! Schlager und Volksmusik aus Kleve – Elsi und Werner Gorisen

Kennste doch! Schlager und Volksmusik aus Kleve – Elsi und Werner Gorisen

Das Klever Traumpaar der Schlager- und Volksmusik waren in den achtziger Jahren unbestritten Elsi und Werner Gorisen.
Mit Ihrem ersten Erfolg „Kleine Kleverin“ machten sie sich einen Namen und brachten danach noch etliche Klever Lieder, wie auch „Handje in Handje de Gerwin herop“ auf den Weg. Sie produzierten einige Schallplatten, LP’s und veröffentlichten diese auch auf den damals noch gängigen Musikkassetten. Es gibt Ihre Musik mittlerweile ebenfalls auf CD.

heimatmelodieKennste doch! Schlager und Volksmusik aus Kleve - Elsi und Werner Gorisen

 

Seltene Live-Aufnahme der Klever Kultband “WETTE PÖÖT”

Seltene Live-Aufnahme der Klever Kultband “WETTE PÖÖT”

Eine seltene Live-Aufnahme der Klever Kultband “WETTE PÖÖT” können wir hier hören mit dem Titel “EK DÜNN WAT EK WELL” von J.Reintjes und W.Liffers. Der Titel wurde auch bezeichnet als “Des Frührentners Freiheitssong”.
Die Aufnahme wurde live in einem einzigen Take mit einem für damalige Verhältnisse sehr einfachen Mikrofon aufgenommen. So waren halt die Anfänge. Also bitte mit Nachsicht anhören. 😉

Für alle Leute, die den Song einmal mitsingen möchten, hier der Originaltext:

Gej säjt tegen min lot dat sin
Ek säj wat wellt gej van min
Ek dünn wat ek well
Gej fingt te lache doar oan
Ek säj dat hej now doarvan
Ek dünn wat ek well
Geen Bier geen Körnke än Win
Ek gelööf dat ek hoas all spenn
Ek dünn wat ek well
Geen Mädjes geen Zigarett
Bloß früte än dann noar Bett
Ek dünn wat ek well

Läck min de Söck, dat es wat ek tegen ouw säch
Rutsch min de Pockel ronder säg ek now kackfrech
Gej könnt min niet mehr halde, ok niet met Verdrach
Säch, Mädje gujen Dach

Ek schalt de Sportschau now drop
Ek sätt gen Pätt op de Kopp
Ek dünn wat ek well
Min Höar die wasse now lang
Än Jeans die träg ek now oan
Ek dünn wat ek well
Ek word now zesstig det Joahr
Än minnen Droom denn wörd woar
Ek dünn wat ek well
Ek foahr noar Thailand det Joahr
Än doarmet es et well kloar
Ek dünn wat ek well

Läck min de Söck, dat es wat ek tegen ouw säch…

 

Für diejenigen, die mit die Klever Plattsprache nich so gut zurecht kommen, hier die Übersetzung in echtes “Klever Deutsch”:

Du sachtest gegen mich lass dat sein
Ich sachte wat willste von mich
Ich tu wat ich will
Du fingst zu lachen da an
Ich sachte dat hasse nun davon
Ich tu wat ich will
Kein Bier kein Körnken und Wein
Ich glaub dat ich bald schon spinn
Ich tu wat ich will
Keine Mädjes keine Zigarette
Nur arbeiten und dann nach Bett
Ich tu wat ich will

Leck mich die Socken, dat iss wat ich gegen Dich sach
Rutsch mich der Puckel runter sag ich nun ach ach
Du kannst mich nich mehr halten auch nich mit Vertrag
Sach, Mädchen guten Tag

Ich schalt die Sportschau nun drauf
Ich setz keine Kappe mehr auf (de Kopp)
Ich tu wat ich will
Meine Haare die wachsen nun lang
Und Jeans die zieh ich nun an
Ich tu wat ich will
Ich werd nun sechzig dies Jahr
Und meinen Traum der wird wahr
Ich tu wat ich will
Ich fahr nach Thailand dies Jahr
Und damit isset wohl klar
Ich tu wat ich will

Leck mich die Socken…

Bellewiskes und Fitütten

Bellewiskes und Fitütten

Kennst Du das auch?

Wenn man, wie ich, viel in Kleve unterwegs ist, erlebt man gelegentlich die dollsten Sachen.
So war ich neulich in einem Handwerkerbetrieb und wollte den geschäftsführenden Meister sprechen.
Nennen wir ihn Gerd.
Also meldete ich mich ordnungsgemäß bei der Vorzimmerdame oder Sekretärin an (vielleicht war es auch die Ehefrau), die sich gerade mit einem leckeren “Bollebeusken” beschäftigte.
“Der Chef iss nich da.” ließ sie mich sichtlich genervt wissen.
“Wann erwarten Sie ihn denn zurück?” wollte ich erfahren.
Sie wendete ihren Kopf nach hinten und rief mit herzzerreißender schriller Stimme:
“Gerd! Wann bisse wieder zurück?” – worauf die spontane Antwort ertönte:
“Sach für der Mann in zwei Stunden!”

Was soll ich sagen?

Nicht, das es ihr in irgendeiner Weise peinlich war oder sie sich dabei etwas dachte. Aber nein. Sie entfernte umständlich einen “Plüsel” von ihrem Pulli während sie mir erklärte:
“Der Chef kommt in zwei Stunden wieder.”
Als Niederrheiner weiß man, daß hier jegliche weitere Nachfrage oder Ansprache vollkommen sinnlos ist. Daher verabschiedete ich mich von ihr und überließ sie wieder ihren Bollebeuskes.
Trotzdem ein wenig ärgerlich wünschte ich die Beiden zu den “Bellewiskes”.

Du weißt nicht, wo die Bellewiskes liegen?
Hihi – ich auch nicht. Bei uns zu Hause räumt meine Frau immer auf.
Scherz beiseite. Mein Opa benutzte dieses Wort immer, wenn ich ihn geärgert hatte. Und dann erklärte er mir:
“Paß auf, Jung, sonst kommste nach de Bellewiskes.”
Natürlich hatte ich Angst, dahinzukommen, obwohl ich bis heute nicht weiß, wo und was das ist. Vermutlich eine Wortschöpfung meines Opas, die er für diese Zwecke nutzte.
Selbst meine Suche bei Google war vergeblich. Für die “Bellewiskes” gibt es nur wenige Treffer die sich alle mittlerweile auf diese Geschichte beziehen. Vielleicht kann ich meinem Opa dadurch posthum noch zur Berühmtheit verhelfen.
Ebenso kam es früher vor, das Opa mal gereizt reagierte, wenn ich nicht still sitzen wollte, was bei Kindern ja häufiger vorkommen soll. Dann rief er immer:
“Jung, nun hör endlich auf mit die Fitütten!”
Tja, da haben wir nun die “Fitütten”.
Ich ahnte zwar, was er meinte, aber so wirklich kann ich das noch heute nicht ins Hochdeutsche übersetzen. Und auch hier hilft Google nicht besonders weiter.
Nun,  ich wette, Du hast bereits bei Google nachgesehen oder etwa nicht? (grins)
Gerade schau ich aus dem Fenster in unseren Garten und will kurz schildern, was ich da sehe:

En Duuv is nät ont pecke än enne Mell is met de Füüt ont trampele, dormet de Wörm noar Bütte komme.
(Übersetzung: “Eine Taube ist just am picken dran und eine Amsel ist mit die Pfoten auf den Boden am stampfen dran, damit die Würmer nach bütten kommen.)
Överall krüppt Gedierzel dörr de Gägend än Püppi is all ont schuffele.
(Übersetzung: “Overall kriecht Getierchen durch die Umgebung und meine Göttin is bereits am schaufelen dran.)
Versuche mal, die lieblichen Worte aus dem Klever Platt im Internet bei Google zu finden. Kommen ab u. zu lustige Dinge zutage bei dem ganzen Kuddelmuddel. 🙂

Klever Kultband WETTE PÖÖT mit “SCHWONENTÖRM”

Klever Kultband WETTE PÖÖT mit “SCHWONENTÖRM”

In den Achtziger Jahren machte die Kultband WETTE PÖÖT in Kleve von sich reden, weil man moderne Musik in Klever Platt zum Besten gab.

Hier eine Nummer über die Schwanenburg von Kleve, bei der der Text heute aktueller den jeh rüberkommt, da man auch vor mehr als dreißig Jahren bereits den Bauboom, der den Blick auf das Klever Wahrzeichen immer mehr verhinderte, erkannt hatte.
Wer noch Klever Platt versteht, kann versuchen, mitzusingen.

“SCHWONENTÖRM”
(Text / Musik: J.Reintjes / W. Liffers)

Woarhen ek ok ömmer luur – ek find nörgens mehr die Uhr
Överall bloß groote Baute vörr min Nöös – en ek wurd ganz nervös
Et was all tien – än doar kos ek ow siehn

Schwonentörm, Schwonentörm – Schwonentörm, Schwonentörm
Frugger kosse wej ow överall siehn – mar vandaag es dat vörbeij
Mar vandaag es dat vörbeij – es dat vörbeij

Geij sit Kleef än Kleef sit geij – Jong wat ginge de Joare vörbeij
Geij kiekt ronder van den Berg op dat bauwe – än seij dün klauwe
Onsen alden Üttbleck op ow Gesecht

Schwonentörm, Schwonentörm…

“Wette Pööt” – Musiklegenden in Klever Platt

“Wette Pööt” – Musiklegenden in Klever Platt

Bereits Ende der siebziger Jahre machte eine Band in Kleve auf sich aufmerksam, die sich “NEW INTRO” nannte und aktuelle Hits coverte. Nach anfänglichem Suchen für die Idealbesetzung, begann man die ersten Auftritte und Aufnahmen mit dieser Besetzung:

Wette Pööt - Musiklegenden in Klever Platt
(Foto: KLE-Blatt)

von links nach rechts:
Dieter Schwertfeger, Jürgen Reintjes, Stefan Hannen (unten), Willi Liffers und Jürgen van Baal

Irgendwann wurden auch Klever Karnevalisten – speziell in Person des damaligen Vizebürgermeisters Willi Breuer, der damals Präsident des Karnevalsvereins Fidelitas Materborn war – auf die Band aufmerksam und fragten nach, ob man auch einige Lieder in Klever Mundart präsentieren könne.
Von der Idee recht angetan, schrieben Willi Liffers und Jürgen Reintjes die ersten Nummern in Klever Platt und man taufte den Bandnamen daraufhin um in “WETTE PÖÖT” als Klever Pendant zu der Kölner Mundartgruppe Bläck Föös.
Vom Erfolg auf diversen Karnevalssitzungen angespornt, wurden von diesem Zeitpunkt an zunächst ausschließlich Lieder in Mundart aufgeführt, die zum Teil noch den Lokalkolorit der wachsenden Stadt Kleve zum Thema hatten und daher noch heute aktuell sein könnten.
Die ersten Aufnahmen, die man käuflich von den “WETTE PÖÖT” erwerben konnte, gab es auf der damals noch üblichen Musikkassette. Diese trug den Titel: “CAFE’ SCHÜRINGS” und wurde sehr gut verkauft und sogar im Radio gespielt, obwohl es sich um Live-Aufnahmen mit nur einem Take handelte, die mit nur einem einzigen zentral ausgerichteten Mikrofon aufgezeichnet wurden.

Wette Pööt - Musiklegenden in Klever Platt
(Foto: KLE-Blatt)

Wette Pööt hier in der Besetzung von links nach rechts: Willi Liffers, Dieter Litjes, Herbert Hübbers und Jürgen Reintjes
Heutzutage wäre eine solche Technik  natürlich ein Unding. Aber für damalige Verhältnisse ging es noch nicht anders ohne größere Investitionen.
Als Cafe’ Schürings den Betrieb einstellte, kam es zum gleichnamigen Lied, das damals großen Anklang fand. Hier ein Fragment in beschriebener Tonqualität, das die Stimmung von damals nochmal einfängt.

Klever Platt in der Werbung

Klever Platt in der Werbung

Mens, häd denn enen hoop Piepe! (Mensch, hat der eine Menge Pfeifen!)
Ein Ausspruch im Klever Platt, den die Firma Tabak Maes damals für die Werbung nutzte, denn Klever Pfeifenraucher verstanden und sprachen Mundart.
Das erinnert an den Klever, der seinem Bekannten eröffnete:
“Minnen Möss kann platt spreke!”
“Wie dat?” wollte der wissen.
“Wenn ek öm froag: Wat schmokkt gej dann? Dann sätt hej: PIEP!”

Klever Platt in der Werbung

Als die Beatles im Burgtheater von Kleve liefen

Als die Beatles im Burgtheater von Kleve liefen

Kennst Du das auch?

Als ich letztens wieder meiner Berufung nachkam beim Einkaufen in Kleve, hörte ich zwar gedämpft, aber immerhin noch deutlich genug aus einer Ecke eines Geschäftes auf der Großen Straße einen alten Song der Beatles.
Dat wassen noch Titte, ass die Pilzköpp met verrecks guije Müsik in de zestiger Joahr de Menze ont höppe brochte.

Übersetzung: (Dat waren noch Zeiten, als die Pilzköpfe mit verd… gute Musik in die sechziger Jahre die Leute an das Hüpfen brachten)

Zu dieser glorreichen Zeit gab es eine einzige, übersichtliche Hitparade, wo jeder sofort wusste, welche Nummer aktuell angesagt war. Heute blickt man da nur noch bruchstückhaft durch.
Heute gibt es Hitparaden für Rock, Pop, Rap, Hip Hop, Dance, House, Alternativ, Electronic, Filmmusik, Folk, Blues, Klassik, Jazz, Kindermusik, Schlager, Country, R&B, Weltmusik, Latin, Volksmusik und was sonst noch. Wer soll denn da noch durchblicken?

Was soll ich sagen?

Damals gab es auch einfache Titel, die jeder sofort verstehen und mitsingen konnte wie Yummy Yummy, Balla Balla oder Wooly Bully.
Kaum ein Titel dauerte länger als zwei Minuten. Es gab in jeder Kneipe, Eisdiele, etc. eine Musikbox von Wurlitzer oder Rock Ola. Damit musste der Gastwirt Geld verdienen. Eine Nummer kostete zehn Pfennig. Was wäre da rein gekommen, wenn das Lied sechs oder sieben Minuten lang gedudelt wäre, wie es heute die Regel ist? Außerdem reichten für die meisten Songs etwa zwei Minuten. Danach wollte man etwas anderes hören.
Romantik pur. Man warf das Geldstück in den Münz-Schlitz, drückte K-17 und vernahm das mechanische Geräusch der Maschine, die die richtige Platte suchte und dann abspielte.
Die “Drück-Statistik” war unumstößlicher Beweis für die Beliebtheit der einzelnen Nummern und war somit maßgeblich, neben den Radio-Statistiken, verantwortlich für die Hitparade.
Mittlerweile zählen diese Musicboxen zu gesuchten Sammler-Raritäten und Schallplatten aus Vinyl erfreuen sich gerade wegen Ihrer markanten Kratzgeräusche einer Renaissance.
Noch seltener findet man alte Schallplatten aus Schellack, die bei scharfem Hinsehen schon zerbrachen. Diese waren so groß wie eine Langspielplatte aus Vinyl, jedoch befand sich nur ein einziger Titel auf jeder Seite, der dann in einer Geschwindigkeit von 78 Umdrehungen pro Minute abgespielt wurde.
Im heutigen Streaming- und MP3-Zeitalter undenkbar.
Jeder war stolz auf seine Plattensammlung, die reichlich Platz im Zimmer benötigte. Die Plattencover wurden zu Kunstwerken und Zeugnissen ihrer jeweiligen Zeitepochen. Die neuste Single aus den Staaten wurde von morgens bis abends runtergedudelt, bis man den englischen Text voll drauf hatte.
Alles war noch so schön übersichtlich. Es gab die Fraktion der Beatles-Fans und die der Rolling Stones-Fans. Und damit verbunden die anderen paar Bands und Interpreten, die man in diese beiden Schubladen hinein katalogisierte.

Als die Beatles im Burgtheater von Kleve liefen

Es gab tatsächlich Zeiten, wo die Beatles die ersten fünf Plätze der Hitparade belegten, bedingt durch die Tatsache, dass auch B-Seiten der jeweiligen Schallplatten gewertet wurden. Den Rest teilten sich die Stones, Bee Gees, Hollies, Tremeloes und wie sie alle hießen.

Was soll ich sagen?

Wenn man bedenkt, das die Beatles Ihren eigentlichen Siegeszug 1963 begannen und dieser mit ihrer Trennung 1970 beendet war, muss man heute staunen, dass diese sieben Jahre die Musikwelt komplett revolutionierten und auf den Kopf stellten. Nach den Beatles war nichts mehr so wie früher. Revolution zum Tanzen und genießen.
Ganz anders die Rolling Stones, die jetzt bereits mehr als 50 Jahre die Welt rocken und Mick Jagger mit über 70 Jahren immer noch wie ein Achtzehnjähriger die Bühne rauf und runter rennt.
Auch in Kleve gab es einen Hype, als der erste Film der Beatles “A Hard Days Night” im Burgtheater anlief. Damals noch in schwarz/weiß.
Heutzutage hat ein Song nur noch eine Halbwertzeit von wenigen Tagen, früher konnte es vorkommen, dass einige Nummern mehrere Jahre in den Top Hundert vertreten waren.
Da spricht man dann von Oldies. Oder Evergreens. Jeder kennt sie. Jeder kann sie mitsingen. Und jeder, der bei Erscheinen dieses Titels darauf getanzt hat, assoziert dieses Lied mit einem unvergesslichen Erlebnis. Darum liebt man die Musik aus seiner Jugend. Jeder Erwachsene hört darum vermutlich am Liebsten die Musik aus seiner eigenen Jugend.
Es sind meistens gute Erinnerungen damit verbunden.

Als die Beatles im Burgtheater von Kleve liefen

Diese Leute stehen und standen einen Teil Ihres Lebens im Scheinwerferlicht, weshalb man Sie – neben dem in diesem Zusammenhang unvermeidlichen Franz Beckenbauer – als Lichtgestalten bezeichnet.
Wenn man es genau nimmt, kann eigentlich jeder von uns eine Lichtgestalt werden und sein.
Denn Licht begleitet uns das ganze Leben. Bei der Geburt erblicken wir das Licht der Welt und am Ende sehen wir ein gleißendes Licht. Dies wird zumindest von etlichen Menschen behauptet, die das wohl mal erlebten.
Apropos: Licht und Lampen:

Der Polizist hält einen Radfahrer an: “Wenn Ihre Lampe nicht funktioniert, müssen Sie absteigen und Ihr Rad schieben.” – “Das habe ich bereits versucht, aber dann funktioniert es auch nicht.”

Wenn Dir die Geschichten aus der KLE-Blatt-Reihe: “Der Klever Philosoph” gefallen, kannst Du viel mehr davon auch per Ebook bekommen in allen bekannten Online-Book-Stores wie Amazon. de, Weltbild.de, Thalia.de. Hugendubel.de, book.de, buecher.de, Bookrix.de, etc. – Klicke einfach auf ein Bild hier unten:

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