Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop

Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop

Kleine Tipps zum Reichwerden

Fast jeder kennt die ausdrucksstarke Bauernweisheit:

“Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop.” (Übersetzung: „ Der Teufel kackt immer auf einen großen Haufen.“ )

Damit ist natürlich gemeint, dass diejenigen, die schon viel besitzen, automatisch immer noch mehr bekommen.
Aus der gleichen Richtung kommt auch der kluge Spruch:

“Geld allein macht nicht glücklich. Es müssen auch Grundstücke und Immobilien dabei sein.”

Dagobert Duck lässt grüßen.
Für Alle die, die diesbezüglich noch Nachholbedarf haben, sollte daher die Überlegung gelten:
Wie kommen wir auch dahin, um solche Töne aus voller Überzeugung spucken zu können?
Nun – den Stein der Weisen hat bekanntermaßen bisher nur Harry Potter (und vor allem seine Erfinderin) gefunden. Also muss man sich ernsthaft Gedanken machen, wie man denn jetzt zu ungeahntem Reichtum kommt.
Meine Gedanken dazu fasse ich mal kurz zusammen. Vielleicht ist ja irgendetwas dabei, was Dir gefällt oder auch eine ganz neue Anregung gibt:
Der einfachste Weg ordentlich Kohle zu machen ist sicherlich, im Lotto zu gewinnen. Da die Wahrscheinlichkeit dafür allerdings äußerst gering ist, wäre hier die Möglichkeit eröffnet, einen Kursus für Lottogewinn-Teilnehmer anzubieten. Allerdings sollte man den dafür in Frage kommenden Interessenten dann mindestens mal einen Dreier mit Zusatzzahl nachweisen können.
Hervorragende Möglichkeiten hätte man auch noch, wenn man der staunenden Bevölkerung eine absolute Marktlücke bzw. ein Nischenprodukt anbieten könnte.
Ein konkretes Beispiel, wovon ich letztens gehört habe, ist der Online-Verkauf einer Laichbürste für Kois. In Echt!
Du weißt – diese sündhaft kostspieligen japanischen Fische. Da kann mit dem Auftauchen eines Fischreihers oder eines Kormorans schon mal in einem Bissen ein Vermögen von mehreren tausend Euros den Schlund hinunter gehen. Frage mal Koi-Besitzer, wie zum Beispiel den allseits (un)beliebten Dieter Bohlen.

“Ma kucken, wat er sacht.” – eine typisch niederrheinische Ausdrucksweise.

Wie wäre es denn ersatzweise mit einem Schneidegerät für Goldfischkrallen, einen Anzug für Goldhamster, der den possierlichen Tierchen endlich den aufrechten Gang ermöglicht? Süßigkeiten wie Marzipan oder leckerer Käse, die die Pfunde purzeln lassen wären auch eine geniale Idee.
Da bekommt man gleich die Dollarzeichen in die Augen. Dafür gibt es leider schon die passenden Kontaktlinsen mit eben diesem Motiv.
Schade – Geschäft gelaufen.
Zur Not bliebe ja immer noch die Züchtung von speziellen Pflanzen oder Gemüsesorten, die gerade händeringend gesucht werden. Kennst Du eigentlich die mittelasiatische Gebirgsprimel? Hat großes Potential, ein Renner zu werden.

” Verkoppt toch Gaapmüllekes, Krüttnagels, Komkommers off Kettingspöll.”

(Übersetzung: ” Verticke doch Löwenmäulchen, Gewürznelken, Gurken oder Löwenzahn.” )

Was allerdings unweigerlich zu Reichtum, Ansehen, Popularität, Glück und “und” führt ist….

Jawoll – Filmstar!

Das war früher so – das ist auch noch heute so.
Marilyn Monroe und Cary Grant sind heute noch genauso in aller Munde, wie Brad Pitt oder Angelina Jolie.
Als Filmstar ist und bleibt man nun mal unvergessen.
Aha – hier haben wir also die Lösung! Weil man auch ohne Vorkenntnisse oder den langjährigen Besuch einer Schauspielschule dabei zu etwas kommen kann. Man muss es nur versuchen.
Stelle Dich einmal testweise vor den Spiegel und spreche die Worte:

“Ich Tarzan – du Jane.”

Kann doch wohl jeder (hihi) – und zack, ist man weltberühmt. Zur Not veröffentlicht man das zunächst auf Youtube – dann weiß man schnell, ob es geklappt hat.
Neuerdings sieht man immer mehr so genannte CGI animierte Filme – also Streifen, die mit dem Computer gemacht worden sind und wo kein Mensch mehr als Akteur benötigt wird.
Teilweise sind die sogar ganz amüsant, manche aber einfach nur grauenhaft.
Das führt mich automatisch zum Lichtspielhaus – auch Kino genannt.
Wenn man heutzutage ins Kino geht, dann ist man überrascht, welch eine fantastische Technik für Auge und Ohr mittlerweile geboten werden. Da fühlt man sich tatsächlich manchmal in die Handlung mit einbezogen, wenn der Streifen in 3-D läuft und bleibt bis zum Abspann sitzen, weil man der Ansicht ist, den eigenen Namen dort auch zu sichten.
Neuerdings gibt es sogar 4-D-Kinos, bei denen man bewegliche Sitze installiert hat, die einen der Filmhandlung entsprechend durchschütteln und auch noch durch Gebläse im Sitz, vorne und an den Füßen andere Dinge suggerieren.
Also – wenn’s mit der Schauspielerei doch nicht so klappt, wie geplant, dann holt man sich ein wenig Nachhilfeunterricht im örtlichen Kino.

Darüber hinaus kann ich nur jedem den Rat geben, es mal mit harter Arbeit zu versuchen. Das soll hin und wieder auch geklappt haben. Und bedenke: Gesundheit, eine intakte Familie, einige gute Freunde, immer genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf – das ist Reichtum pur! Genieße ihn!
…und gehe hin und wieder trotzdem ins Kino. Es lohnt sich.

In Kleve sah das vor Jahren noch so aus:

Den Düüvel schitt ömmer op enen grooten Hoop

Wenn Dir die Geschichten aus der KLE-Blatt-Reihe: “Der Klever Philosoph” gefallen, kannst Du viel mehr davon auch per Ebook bekommen in allen bekannten Online-Book-Stores wie Amazon. de, Weltbild.de, Thalia.de. Hugendubel.de, book.de, buecher.de, Bookrix.de, etc.

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Ärgert Dich auch die schlechte Sicht auf die Schwanenburg?

Ärgert Dich auch die schlechte Sicht auf die Schwanenburg?

Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, in Kleve noch einen freien Sichtwinkel auf die Schwanenburg zu bekommen. Immer höhere und größere Gebäude versperren die Sicht aus allen möglichen Richtungen. Wie hier auf diesem bemerkenswerten Bild erblickt man immer öfter nur noch den Schwanenturm oder Teile davon.
Bereits Anfang der Achtziger, also vor annähernd 40 Jahren besang die Klever Kultband “Wette Pööt” genau diesen Missstand. Eine sehr vorrausschauende Sichtweise in Klever Mundart.

Hier der Text:

“SCHWONENTÖRM”
(Text / Musik: J.Reintjes / W. Liffers)

Woarhen ek ok ömmer luur – ek find nörgens mehr die Uhr
Överall bloß groote Baute vörr min Nöös – en ek wurd ganz nervös
Et was all tien – än doar kos ek ow siehn

Schwonentörm, Schwonentörm – Schwonentörm, Schwonentörm
Frugger kosse wej ow överall siehn – mar vandaag es dat vörbeij
Mar vandaag es dat vörbeij – es dat vörbeij

Geij sit Kleef än Kleef sit geij – Jong wat ginge de Joare vörbeij
Geij kiekt ronder van den Berg op dat bauwe – än seij dün klauwe
Onsen alden Üttbleck op ow Gesecht

Schwonentörm, Schwonentörm…

Wer das Lied hören möchte:

KLICK MICH!

Ärgert Dich auch die schlechte Sicht auf die Schwanenburg?
(Foto: Oliver Gubbels)

Gehen Mama und Papa überhaupt noch tanzen in Kleve?

Gehen Mama und Papa überhaupt noch tanzen in Kleve?

Wette Pööt: Mama än Papa die gon danze

Das war doch mal eine flotte Nummer! 🙂
Wer Klever Platt verstehen kann, wird seine helle Freude an diesem Song haben. Hier der Text zum Mitsingen:

Mama än Papa die gon danze (Text / Musik: J.Reintjes / W. Liffers)

Mama än Papa die gon danze
Mama än Papa die gon es herütt
Än de Blage dünn schloope
Weil Mama än Papa die gon es herütt

Ja, Mama säj tägen Papa weij gon es danze
Än Papa säj Mutt dat es doch en guje Idee
Trekk dann noch ewes owen neijen Fummel on
Än dann sin weij all werr op Ritt
Ja Mama än Papa wassen tegen negen Ühr all wärr T’hüss
Seij hadden de Schnütt vör twee Joar wärr voll
Mam hatt’ de Schuun än de Söck kapott
Än Papa’s neijen Beus was bloß noch Schrott

Mama än Papa die gon danze
Mama än Papa die gon es herütt
Än de Blage dünn schloope
Weil Mama än Papa die gon es herütt

Total verrückt! Wusstest Du, das ein Computer kein Klever Platt versteht?

Total verrückt! Wusstest Du, das ein Computer kein Klever Platt versteht?

Kennst Du das auch?

Momentan bin ich ein bissken am Schnüwen dran.
Zwar hatte ich im Herbst schon eine Grippeschutzimpfung über mich ergehen lassen – wie ich diese Pieckserei hasse -, aber als in der Rheinischen Post stand, dass ein Grippevirus unterwegs ist in Kleve und Umgebung, da hab ich es auch sofort gemerkt:
Kratzen im Hals und der ganze Schladderadatz.
Die Frau meinte zwar, ich übertreibe ein bisschen, aber so sind wir Männer. Bei einem kleinen Ohrstecher leiden wir unter extremen Blutverlust und die Frauen können froh sein, dass wir solche Sachen nach ein paar Tagen überhaupt überlebt haben.
Dabei fällt mir immer dieser Klassiker ein:
“Herr Doktor, der Hypochonder von Zimmer 24 liegt im Sterben.” – ” Na jetzt übertreibt er aber!”
Glücklicherweise war mein Computer nicht von einem Virus befallen.
Boah, stelle Dir mal vor, der würde anfangen zu husten und zu keuchen und ich müsste ihm ein Fieberthermometer in den USB-Anschluss schieben. Nicht auszudenken…
Apropos: “Computer”

“Manche Computer kosten ein Vermögen, manche nur den Verstand.”

Für meinen Teil habe ich festgestellt, dass beim Computer in jedem Programm immer ein kleines Programm kämpft, um aus der Reihe zu tanzen.
Wo wir gerade dabei sind:

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Neulich stand ich im Computerladen um ein paar Fragen zu irgendwas zu stellen.
Leider war ich etwas zu spät dran und musste einem Mittsechziger den Vortritt überlassen. Eine glückliche Fügung, sonst hätte ich folgenden Dialog nicht mitbekommen:
” Minne Jong hätt enne Kompuuter än den dütt et niet mehr.”
(Übersetzung: “Mein Junges hat einen PC und der ist gestorben.”)
Verkäufer: ” Erstaunlich! Was hat er denn?” – “Minne Jong?” – “Nee, der Compjuter.” (lächel)
“Denn es well kapott.” (Übersetzung: “Der iss wohl tot.”)
Verkäufer: ” Was fehlt ihm denn genau?” (lächel) – “Minne Jong?” – “Nee, dem Compjuter.” (lächel)
“Jo – Den dütt et niet mehr.” (Übersetzung: “Der iss hinüber, Arsch!”)
Verkäufer: “Da kann ich so natürlich nicht viel zu sagen. Können Sie ihn nicht mal ins Geschäft bringen?” (lächel) – “Minne Jong?” – “Nee, den Compjuter.” (lächel)
“Dat weet ek niet, minne Jong scheckt min ömmer vöör, want ek mot dat dann betoale.”
(Übersetzung: ” Dat weiss ich doch nich, mein Junges checkt mich immer vor, denn er hat keine Kohle.”)
Verkäufer: “Aber so kann ich ja nichts dazu sagen. Wir könnten ihn ja mal auf Fehlfunktionen untersuchen, wenn sie ihn hierher bringen.”
“Minne Jong?” “Nein, den Compjuter.” (lächel – aber nicht mehr so freundlich)
“Wat kost son Ondersükereij dann?” – (Übersetzung: “Watt kostet sonne Unterzuckerung denn?”)
Verkäufer: “So um die 35.-Euro.” –
“Än wenn ek ennen neijen Kompuuter koch, wörd dat dann verrekent?”
Übersetzung: (” Un wenn ich getz ennen neuen Computer koche, würde das dann verrechnet?”)
Verkäufer: “Eigentlich nicht, aber wir könnten Ihnen je nach Neueinkauf mit der Hälfte entgegen kommen.”
“Geij wet ja, wie die Blaage sinn.” – (Übersetzung: “Sie wissen ja, wie die Kinderkes sind.”)
“Än weij Alde motten ömmer alles betoale.” (Übersetzung: “…und der Alte zahlt.”)
“Wat kost dann enne neije Kompuuter?”
Verkäufer: “Nun, das liegt daran, was alles notwendig ist, Betriebssystem, Grafikkarte, Festplattengröße und und…”
“Ek gelööf alleen dat “und und…” kost min all fiffhondert Mark, äh Euros.”
(Übersetzung: “Ich gelobe, alleine das “und und…” kostet mich alle fünfhundert Böcke.”)
Verkäufer: “Am Besten ist, Sie kommen noch mal mit Ihrem Sohn hierher und bringen den Computer mit, dann wird sich alles zeigen.” (viel lächel)
“Denn veredammde Driet met die verreckte Denger – ek sin et satt näss kalde Papp!”
(Übersetzung:  “Der vermalledeite Abfall mit die kaputten Dinger – ich bin dat gesättigt wie nasskaltes Papier!”)
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Was soll ich sagen?

Ich hätte so gerne vom Verkäufer einen Anruf bekommen, wenn der Mensch mit seinem Sohn auftaucht, aber das ging dann wohl doch zu weit.
Allerdings bestätigte er mir, dass das nicht ein Einzelfall war, sondern er kontinuierlich solche genialen Episoden erlebt. Darum sei er auch so ruhig geblieben und hätte sich ein nettes Lächeln angewöhnt. – Jo – alles klar Verkäufer (Applaus)

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Kennst Du noch Songs aus Kleve von Elsi & Werner?

Kennst Du noch Songs aus Kleve von Elsi & Werner?

Da sitzen sie einträchtig ganz in weiß in einem alten Holz-Ruderboot von Scho auf dem Kermisdahl vor der tollen Kulisse mit der Schwanenburg. Werner mit seinen beiden ständigen Begleiterinnen: Elsi und der Gitarre. Sie gehören im Bereich der Volksmusik sicher zu den Größten im Kleverland und hatten große Erfolge auch über die Grenzen hinaus. Und sie pflegten – wie damals auch die “Wette Pööt” – die Klever Mundart mit dem speziellen “Platt”.
Wer sie nochmal in Aktion erleben möchte, kann sich hier ein Video mit ihrem Lied “Handje in Handje de Gerwin herop” anhören.

KLICK MICH!

Kennst Du noch Songs aus Kleve von Elsi & Werner?
(Foto: Elsi & Werner Gorisen)

Wer es verstehen möchte: kleine Übersetzungen in Klever Platt

Wer es verstehen möchte: kleine Übersetzungen in Klever Platt

Tja, liebe KLE-Blatt-Fans, wer von Euch weiß noch um die Bedeutung der unverzichtbaren Utensilien Dweil, Stöffer und Schottelschlätt, die im Hochdeutschen nichts anderes bedeuten, als Aufnehmer, Handfeger und Spültuch? Geräte des täglichen Gebrauchs, wenn es um die Reinigung des Zuhauses geht.
Möbel werden verschoben, Stühle übereinander gestapelt und Papa wird mit den Kindern in den Moritzpark entlassen. Jetzt kann gerödelt und gewuselt werden, bis das die Socke qualmt.
Um Euch diesbezüglich unsere Mundart, wie Ihr es bereits von uns gewohnt seid und wenn wir nicht ganz falsch liegen, auch wie Ihr es lieb gewonnen habt, wieder näher zu bringen, beziehungsweise bei den „Könnern“ aufzufrischen, hier ein paar Dinge, die man dabei beachten und benutzen sollte:

Um das ganze Döreen (Durcheinander), welches sich im Laufe eines Jahres angesammelt hat, wieder rächt te röcke (in Ordnung zu bringen),  geht man zunächst ins Kabuff (Abstellraum), um sich Bässem (Besen), Putzlapp (Putztuch) und Emmer (Eimer) zu holen.
Als Erstes sollte man den Boden kääre (kehren) oder moppen (moppen), um ihn dann focht te dweile (feucht aufzunehmen). Anschließend nimmt man sich den Hüllbässem (nein, nicht Heulbesen, sondern schlicht und einfach Staubsauger) und sücht (saugt) den Stoff (Staub) vom Teppichoden auf. Danach nimmt man sich das Semsläar (Fensterleder), um damit einmal gründlich die Rütten (Fenster) und den Rahm (Fensterrahmen) zu reinigen, damit man wieder vernünftig dörrkieke (dadurch gucken) kann. Den Bakk (Bottich) mit dem gebrauchten Wasser schüttet man selbstverständlich in die Gööt (Ausguss). Dabei Obacht geben, dass man nicht anfängt zu schlabbere (verschütten). Wenn man dann alles wieder sauber und zurecht gerückt hat, gilt es noch den Avwass (Abwasch) zu tätigen. Anschließend heißt es noch, avdrööge (abtrocknen) und oprümme (aufräumen),
Das Ganze schließt man ab mit einer guten Tasse Koffie (Kaffee) aus der Dröppelminna (Kaffeekanne). Dabei aufpassen, dass kein Dratz (Kaffeesatz) in die Trööt (Speiseröhre) gelangt, sonst geht das Lälleken (Zapfen) ganz schön ans bebbere (vibrieren) dran, dass man schwer ans kneste (keuchen) kommt.
Strengen Sie sich nicht zu sehr an, liebe Hausfrauen. Es könnte sein, dass Sie einen Hexenschuss davon tragen. Dann ist es vorübergehend vorbei mit Dweil, Stöffer än Schottelschlätt.

Doar hej ännen Hüllbässem van frugger. 🙂
Lot ett ow gut goan!

Wer es verstehen möchte: kleine Übersetzungen in Klever Platt

Et Lälleken get ont bebbere

Et Lälleken get ont bebbere

Ein typischer Ausruf in Klever Platt. Aber was ist damit gemeint? Viele werden diese Worte überhaupt nicht mehr verstehen, also hier der Versuch einer wörtlichen und bildlichen Übersetzung: Lälleken ist das sogenannte Gaumensegel, auch Zäpfchen oder lateinisch Uvula genannt. Wenn es in Bewegung gerät, spricht der Klever von “bebbere”, also zittern. Das darf man akustisch nicht mit “Bäbbere” verwechseln. Dabei handelt es sich um den Platt-Ausdruck für Bedburg-Hau – hier speziell die Landesklinik. 🙂 Um sich das Lälleken einmal genauer anzusehen, wenn es zittert, hier ein wahrhaft aufklärendes Bild:

Et Lälleken get ont bebbere

Zähne weg – was nun?

Zähne weg – was nun?

Kennst Du das auch?

Aaahhh!! Hoffentlich lassen die Schmerzen bald nach.
Ich kann nix Festes mehr essen, bloß noch Quark, Joghurt oder Papp (Milchsuppe).
Warum?
Tja,  man hat mir vier Zähne in einer Sitzung gezogen.
Ich wollte es auch nicht anders, denn ich war diese ewig peinigenden Schmerzen endgültig satt und hatte keine Intension, mich nach weiterem mehrstündigen Bohren und Vermörteln damit abzufinden, dass es in einigen Wochen erneut damit losgeht.

Ek hat godoome Tandepinn dat min de Fuutschweet op de Pläät stond.

Übersetzung: (Ich hatte himmelherrgottsackramentnocheinmal Zahnschmerzen, das mich der Fußschweiß auf die weniger behaarte Stelle meines Schädels stehen tat.)

Kennst Du das auch?
Ich meine dieses knackende, knirschende Geräusch, wenn sich die Zahnwurzel vom Kiefer trennt und der Nerv sich noch ein letztes Mal bei Dir meldet und zwar in der Form, dass Du noch lange daran denkst, aber ihn für den Rest der Zeit wohl nie mehr vermissen wirst.
Hinfort mit Dir, Du ewiger Quälgeist, der mich jetzt nie mehr ärgern wird.
Hatte ich gedacht.
Kennst Du Druckstellen?
Ich meine die, die entstehen, wenn man künstliches Kauwerkzeug verpasst bekommt in Ermangelung genügend eigener Beißerchen.
Drei Kilo habe ich bereits an Gewicht verloren, was grundsätzlich mal ein positiver Aspekt dieser Geschichte ist, allerdings macht das Essen mit Schmerzen (eben die Druckstellen) nicht sonderlich viel Spaß.
Daher hier ein paar Auflockerungen zu diesem Thema:

“Herr Ober, reichen Sie mir bitte einen Zahnstocher!” – Ober: “Tut mir leid, momentan sind alle besetzt.”

oder der hier:

Ein Gast im Restaurant: “Herr Ober, die Suppe schmeckt so komisch!” – Na, dann lachen Sie doch!”

Jeden Tag versucht nun mein Zahnarzt, die gemeinen Druckstellen wegzuarbeiten, allerdings mit dem Erfolg, dass sich an anderen Stellen gleich neue bilden. Wahrscheinlich ist irgendwann alles weggeschleift. Scheinbar bin ich ein ganz besonderer Fall – sagt mein Zahnarzt -, was ich nicht so lustig finden kann.
In diesem Fall wäre ich lieber stinknormal und hätte keine Schmerzen mehr.
Was macht man also in seiner ganzen Verzweiflung? Man forscht im Internet nach Lösungen.

Was soll ich sagen?
Du findest millionenfach Anleitungen, wie man die Zähne richtig pflegt, wie man vorbeugen kann, welche Zahnpasta oder Zahnseide die beste ist und das man auf Süßes verzichten soll und und und….

Zähne weg - was nun?

Was hilft das, wenn es bereits zu spät ist und die letzten Kauer der Zange zum Opfer gefallen sind?
Künstlichen Zahnersatz bekommt man, so die Informationen aus dem World Wide Web, am günstigsten in Polen oder aus Tschechien. Oder sogar aus China.
Aber eine Reise mit entsprechendem Aufenthalt dort wird dann finanziell in etwa dem Gleichen entsprechen, als wenn man das Teil hier vor Ort bauen lässt.

Zähne weg - was nun?

Peinlich wäre mir persönlich auch der Gedanke, dass mein Zahnarzt an einem in Übersee georderten Gebiss Korrekturen vornehmen müsste. Vermutlich wären wir dann wieder am Anfang und die neuen Druckstellen würden sich mit entsprechenden Schmerzen zurückmelden.
Ein kluger Spruch heißt ja: “Die Hoffnung stirbt zuletzt.”
Also warte ich geduldig ab, gehe täglich ein wenig schleifen lassen und hoffe, dass mein Körper eines Tages nicht mehr auf den Schmerz reagiert.
Obwohl… aufpassen muss ich dann letztendlich auf mein Gewicht.
Es sollte nicht soweit kommen, dass man bei mir Bulimie (Magersucht) vermutet und ich auf die Frage nach dieser fantastischen Diät dann antworten müsste:

“Lot ow alle Tänd trecke än en scheef Gebett in den Mull dowe, dann sitt geij stracks van et frääte aff.”

Übersetzung: (Lass Dich alle Beisser entfernen und einen nicht so gut passenden Zahnersatz in der Mund reinbauen, dann bisse mich nix dich nix von das unmöndige Essen ab.)

Mit meiner Frau zusammen werde ich die Geschäfte hier abklabastern, um Nahrungsmittel einzukaufen, die die richtige Konsistenz (das perfekte Dinner lässt grüßen) für einen leidenden Minimalesser aufweisen.
In all meinem Schmerz (wein, heul, klag) muss ich – schon meiner Göttin zuliebe – meinen Humor aufrecht erhalten, dann ist die Sache tatsächlich etwas besser zu ertragen.
Darum hier noch einer für Dich, den ich unter normalen Umständen nicht erzählen würde:

Einem feinen Herrn wird im Sex-Club eine ältere Dame zugewiesen. Da meint er sehr energisch: “Das älteste Gewerbe der Welt – ist ja OK. Aber muss es denn ein Gründungsmitglied sein?”

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Mühlenfest Donsbrüggen 1983 mit den “Wette Pööt”

Mühlenfest Donsbrüggen 1983 mit den “Wette Pööt”

1983 spielte die Klever Band “Wette Pööt” zum Mühlenfest in Donsbrüggen auf. Es war wohl die erste Band im Kreis, die Pop-Musik in Klever Platt interpretierte und damit sehr beliebt.

Mühlenfest Donsbrüggen 1983 mit den
(Foto: Sammlung W.Liffers)

Die damaligen Akteure:
Dieter Litjens, Herbert Hübbers, Willi Liffers
Am Schlagzeug: Dieter Timmer
Keyboard: Stefan Hannen

Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Sonne – Frühling – verkaufsoffener Sonntag (Beispiel 2014)
Die gelungene Kombination, um einmal bei reichlich Gedränge durch die Geschäfte in Kleve zu bummeln und sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.
“Läcker en bettje schnöffele, wat et vör den Sommertitt alles ant gäwen dütt.”
(Übersetzung: “Lecker ein bissken schnüffelen, was es für der Sommer so alles geben tuen wird.“)

Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

Natürlich waren mein Herzblatt und ich auch vor Ort, um uns den ersten angenehmen Frühlingswind um die Nase wehen zu lassen und die ersten kräftigeren Sonnenstrahlen beim Bummel durch Kleve so richtig zu genießen.
Neben den üblichen Gerüchen und Düften von Bratwurst, Pommes, Popcorn und Anis, was ein wenig an Kirmes erinnerte, erschallten aus allen möglichen Lautsprechern die Hits von Gestern und Vorgestern, manchmal auch von heute. (Hihi)
Was soll ich sagen?
Durch dieses ganze Stimmengewirr und Lautsprechergetöse hindurch hörten wir plötzlich eine glockenhelle Kinderstimme, die entsetzt aufschrie:
“Kumma Mamma! Ich hab en Tier anne Boks!”
Naja, beim näheren Hinsehen entpuppte sich das “Tier” als Marienkäfer, den der Kleine wohl für ein Alien gehalten hatte.
Er trug eine bereits etwas reichlich verwaschene Cordhose, die man vor einigen Jahren nur als ” Manchesterboks ” hier am Niederrhein kannte.
Warum? Ich weiß es nicht.
Am Imbissstand wollte eine stressgeplagte Mutter ihre kleine Tochter gerade davon überzeugen, das Currywurst ein überaus schmackhaftes Sonntagsessen darstellt, das Mädchen aber nur beleidigt feststellte:
“Dat mach ich nich! Ich will ein Eis!”
Apropos: “Kinder”:
Ein Magier holt einen Jungen aus dem Publikum rauf auf die Bühne. Dort gibt er ihm freundlich die Hand und sagt: “Nicht wahr, mein Junge, du hast mich noch niemals zuvor gesehen?”-“Nein, Papa!”
Wir bemühten uns, im Gedränge und Geschiebe einige Meter gutzumachen. Im American Football spricht man da von Raumgewinn. Der lag etwa bei vier Metern pro Minute.
Alsdann vernahmen wir unvermittelt die Wohlklänge eines holländischen Dweilorchest, die es bekanntermaßen schaffen, eine triste Gesellschaft in zwei Minuten auf die Tische zu bringen um sich dort als Breakdancer zu outen.
Im Klever Platt ist ein “Dweil” ein Aufnehmer, also das Wischtuch, nicht der Mann am Mikro eines Gerätes.
Was das mit dem Orchester zu tun hat, erschließt sich mir nicht wirklich.
Aber egal.
Mir gefallen diese Musikertruppen ausgenommen gut, weil sie im Nu geniale Stimmung verbreiten, der sich kaum jemand entziehen kann.
“Die maake Rämmi Dämmi met ör Gebloos än Getrommel, dat de Duuwe ont fliege goan bes noar Pusemuckel.”
(Übersetzung: ” Die machen ein Radau mit die ihr Gebläse und Getrommele, dat die Reisevögel ant fliegen dran gehen tun bis nach Goch oder so…” )
Nach gefühlten vierzehn Tagen unten am Spuckmänneken angekommen, begaben wir uns wieder zurück, um die Stadt hochzulaufen bis zum EOC, wo unser Auto parkte.
In einem Geschäft hatte meine Frau eine hübsche Sommerhose für sich entdeckt und ging daran, sie einmal anzuprobieren.
Was soll ich sagen?
Vor den Umkleidekabinen harrten geduldig mindestens fünfundzwanzig Mädchen und Damen allen Alters aus, um an die Reihe zu kommen.
Das erinnert mich immer an öffentliche Toiletten auf Flughäfen, nach der Landung einer Maschine.
Ich konnte meinen Schatz gerade noch davon überzeugen, am darauffolgenden Werktag nochmal einen Versuch zu starten, als ein uns bekanntes Paar unseren Weg kreuzte und uns ins Gespräch zwang. (Grrrrr)
” Sitt gellie ok so ant schweete beij den ganze Firlefanz hier?”
(Übersetzung: ” Seid Ihr auch so ant schwitzen dran bei der ganze Aufwand hier?“ ) wollte man wissen.
Der weitere Verlauf des Gespräches war nur die übliche Herzieherei über gemeinsame Bekannte und nicht weiter originell oder erwähnenswert.
Endlich waren wir am Parkplatz angekommen und waren nun nicht mehr gewillt, auch noch über den dort aufgebauten Trödelmarkt zu wandern.
Allerdings interessierten uns da grundsätzlich schon eher neue Sachen und nicht vermuffter aldewedse Kram. (Haha)
Zum guten Abschluss noch die tolle Geschichte von den “sprechenden Möbeln”:
Der Liebhaber ist bei ihr zu Hause; zusammen liegen sie im Bett, da hört er plötzlich, wie der Ehemann die Treppe hinaufkommt. Schnell versteckt er sich im Schrank , als er den Mann aufgeregt rufen hört: “Schatz, schnell – draußen brennt’s!” Da hört man plötzlich eine Stimme aus dem Schrank: “Rettet die Möbel, rettet die Möbel!”
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Verkaufsoffener Sonntag in Kleve

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