Das Spezialgeschäft auf der Kirchstraße

Das Spezialgeschäft auf der Kirchstraße

Auf dem alten Werbeschild rechts über der schönen gestreiften Markise kann man es ablesen, um welches Unternehmen es sich hier gehandelt hat: Spezial Geschäft für Seilerwaren und Fischereiartikel. Der Anker mit den gekreuzten Harpunen über dem Eingang deuten ebenfalls auf das Gewerk und die Handelsware hin. Hier konnte man also Seile und Taue in allen Größen und Arten beziehen, sowie vermutlich alles, was zum Fischfang erforderlich war. Das wiederum dürfte ein Zeichen dafür sein, das die nahe liegenden Gewässer Spoykanal und Kermisdahl noch über ausreichend Fische verfügten. Aber natürlich ging es hauptsächlich um den Rhein.

Das Spezialgeschäft auf der Kirchstraße

Immer mal wieder Hochwasser im Kleverland

Immer mal wieder Hochwasser im Kleverland

Es ist ein ständiger Begleiter der nahe am Rhein beheimateten Städte und Gemeinden – das Hochwasser. Alle paar Jahre besucht es uns mal stark, mal erträglich. Etwa Mitte der Siebziger konnte man den Rhein in seiner vollen Größe betrachten. Straßen standen unter Wasser und Ronald McDonald stand am Zaun an einer seichten Stelle. Möglicherweise handelte es sich aber auch um ein Kind in gelber Jacke mit roter Mütze und Hose. 🙂

Immer mal wieder Hochwasser im Kleverland
(Foto: Rainer Killemann)

Bellewiskes und Fitütten

Bellewiskes und Fitütten

Kennst Du das auch?

Wenn man, wie ich, viel in Kleve unterwegs ist, erlebt man gelegentlich die dollsten Sachen.
So war ich neulich in einem Handwerkerbetrieb und wollte den geschäftsführenden Meister sprechen.
Nennen wir ihn Gerd.
Also meldete ich mich ordnungsgemäß bei der Vorzimmerdame oder Sekretärin an (vielleicht war es auch die Ehefrau), die sich gerade mit einem leckeren “Bollebeusken” beschäftigte.
“Der Chef iss nich da.” ließ sie mich sichtlich genervt wissen.
“Wann erwarten Sie ihn denn zurück?” wollte ich erfahren.
Sie wendete ihren Kopf nach hinten und rief mit herzzerreißender schriller Stimme:
“Gerd! Wann bisse wieder zurück?” – worauf die spontane Antwort ertönte:
“Sach für der Mann in zwei Stunden!”

Was soll ich sagen?

Nicht, das es ihr in irgendeiner Weise peinlich war oder sie sich dabei etwas dachte. Aber nein. Sie entfernte umständlich einen “Plüsel” von ihrem Pulli während sie mir erklärte:
“Der Chef kommt in zwei Stunden wieder.”
Als Niederrheiner weiß man, daß hier jegliche weitere Nachfrage oder Ansprache vollkommen sinnlos ist. Daher verabschiedete ich mich von ihr und überließ sie wieder ihren Bollebeuskes.
Trotzdem ein wenig ärgerlich wünschte ich die Beiden zu den “Bellewiskes”.

Du weißt nicht, wo die Bellewiskes liegen?
Hihi – ich auch nicht. Bei uns zu Hause räumt meine Frau immer auf.
Scherz beiseite. Mein Opa benutzte dieses Wort immer, wenn ich ihn geärgert hatte. Und dann erklärte er mir:
“Paß auf, Jung, sonst kommste nach de Bellewiskes.”
Natürlich hatte ich Angst, dahinzukommen, obwohl ich bis heute nicht weiß, wo und was das ist. Vermutlich eine Wortschöpfung meines Opas, die er für diese Zwecke nutzte.
Selbst meine Suche bei Google war vergeblich. Für die “Bellewiskes” gibt es nur wenige Treffer die sich alle mittlerweile auf diese Geschichte beziehen. Vielleicht kann ich meinem Opa dadurch posthum noch zur Berühmtheit verhelfen.
Ebenso kam es früher vor, das Opa mal gereizt reagierte, wenn ich nicht still sitzen wollte, was bei Kindern ja häufiger vorkommen soll. Dann rief er immer:
“Jung, nun hör endlich auf mit die Fitütten!”
Tja, da haben wir nun die “Fitütten”.
Ich ahnte zwar, was er meinte, aber so wirklich kann ich das noch heute nicht ins Hochdeutsche übersetzen. Und auch hier hilft Google nicht besonders weiter.
Nun,  ich wette, Du hast bereits bei Google nachgesehen oder etwa nicht? (grins)
Gerade schau ich aus dem Fenster in unseren Garten und will kurz schildern, was ich da sehe:

En Duuv is nät ont pecke än enne Mell is met de Füüt ont trampele, dormet de Wörm noar Bütte komme.
(Übersetzung: “Eine Taube ist just am picken dran und eine Amsel ist mit die Pfoten auf den Boden am stampfen dran, damit die Würmer nach bütten kommen.)
Överall krüppt Gedierzel dörr de Gägend än Püppi is all ont schuffele.
(Übersetzung: “Overall kriecht Getierchen durch die Umgebung und meine Göttin is bereits am schaufelen dran.)
Versuche mal, die lieblichen Worte aus dem Klever Platt im Internet bei Google zu finden. Kommen ab u. zu lustige Dinge zutage bei dem ganzen Kuddelmuddel. 🙂

Bollinger und Royen

Bollinger und Royen

Auf diesem etwas unscharfen Bild sieht man zwei Gastronomie-Legenden aus Kleve. Hotel Bollinger ist längst abgerissen und es gibt auf KLE-Blatt zahlreiche Berichte und Fotos dieses unvergessenen Hotels. Aber wir sehen auch das altbekannte Haus Royen, in dem der unverwechselbare Manni Royen Jahrzehnte lang das Zepter schwang. Bei ihm gab es nur die Alternativen: man mochte ihn oder man mochte ihn nicht. Zweifelsohne gehörte er aber zu den besten Bierzapfern seiner Zunft und sein preiswerter aber immer deftig leckerer Mittagstisch sucht heute Seinesgleichen.
Manni’s große Passion gehörte dem Marathonlauf. Und dafür trainierte er ständig, wenn es seine Zeit erlaubte. Sein Lauf-Partner war in erster Linie Dr. Scheuerle, den man immer noch im Stadtgebiet sehen kann, wenn er seiner ebenfalls großen Leidenschaft – dem Laufen – frönt. Wenn die beiden sich auf ein größeres Laufereignis vorbereiteten, dann trank Manni an seiner Theke nur Milch, was seinen unwissenden Gästen so manches Kopfschütteln entlockte.
Egal, wie man über ihn denkt. Manni ist und bleibt eine Klever Legende. 🙂
Aktuell ist er immer noch präsent im Stadtgebiet.

Bollinger und Royen

Themen rund um Kleve schnell gefunden

Themen rund um Kleve schnell gefunden

Es gibt tausende von interessanten, spannenden, lustigen, lehrreichen, traditionellen, kulturellen und noch viel mehr Themen, die sich mit der Stadt Kleve beschäftigen. KLE-Blatt ist quasi die Suchmaschine für Kleve.
Gebäude, wie die bekannten Klever Hotels Prinzenhof, Maywald, Bollinger, Robbers, Stirum, Hof von Holland, Benedict, Zum Großen Kurfürst, Loock, Holtzem, Thunert, König von Preußen, Schweizerhaus, Rilano, etc. wie die früheren Prachtstraßen Lindenallee, Hoffmannallee, Große Straße, Tiergartenstraße, Hohenzollernstraße etc., die bekannten Denkmäler und Wahrzeichen wie Schwanenburg, Spuckmänneken, Amphitheater, Cupido, Johann-Sigismung-Denkmal, Otto der Schütz, Lohengrindenkmal, Großer Kurfürst, Kurhaus, Kupferner Knopf, Eiserner Mann, etc., die Traditionsunternehmen wie die Margarinefabriken Van-Den-Bergh oder Wahnschaffe, die XOX, Bensdorp, die Schuhfabriken Gustav Hoffmann, Pannier, Bause, Rogmann etc., bekannte Orte wie Burgtheater, Klever Hallenbad, Gustav-Hoffmann-Stadion, Moritzpark, Skala Lichtspiele, Kellener Freibad, Rathaus, Sport- und Freizeittreff, Tiergarten etc., bekannte lokale Musik von Elsi und Werner, Ulli Wanders, Starfighters, Magicians oder Wette Pööt, beliebte Diskotheken wie Old Granys, Atlantis, Caliente, Down Town, World Center, Boncardo und sooo vieles mehr.
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Der natürliche Maler des Forstgartens

Der natürliche Maler des Forstgartens

So kunterbunt malt der Herbst die Bäume und Sträucher im Herbst. Es beginnt dann die Zeit, wo tonnenweise Laubblätter den Boden bedecken und bei Feuchtigkeit einen rutschigen Unterboden produzieren. Im Forstgarten begegnet man immer mehr fleißigen Helfern der Stadt, die dafür Sorge tragen, das die Gehwege sauber bleiben und das Laub auf große Haufen gepustet und dann abtransportiert wird. Apropos: Jeder weiß, das das einzige Laub, das nie wächst und immer kürzer wird, der Urlaub ist. 🙂

Der natürliche Maler des Forstgartens
(Foto: KLE-Blatt)

Der Held aus Kleve

Der Held aus Kleve

Vermutlich wurde der Margarine-Würfel sogar in Kleve erfunden, denn anfänglich verpackten sämtliche Klever Margarinefabriken den Brotaufstrich in diese Form. War ja auch wundervoll stapelbar.

Hier haben wir jetzt eine nicht mehr so ganz bekannte Marke aus Kleve, die möglicherweise auch für den Export gedacht war. Es handelte sich um die Margarine mit dem markanten Namen “HERO”, was ja soviel wie “Held” heißt. Den Helden sehen wir ja auch mit dem für Kleve typischen Seppelhut auf einem Bernhardiner reiten, der als Verpflegung eben diese für Tafel und Küche feinste Margarine mit sich führte. Eine erstaunliche Innovation von der ebenfalls in Vergessenheit geratenen Margarinefabrik Muller. Die fehlenden Ü-Punkte und das “LTD.” deuten neben der kompletten Kiste auf den Export hin. Damals lag Kleve auch noch im Rheinland, weil die Amerikaner oder Engländer etc. mit dem Niederrhein wohl nichts anzufangen wussten.

Der Held aus Kleve
(Foto: eingereicht von Heinz Lankeit)

Wo ist der Cupido vom Eisernen Mann?

Wo ist der Cupido vom Eisernen Mann?

Nun – die Geschichte besagt, dass die Statuette um 1672 von französischen Soldaten mutwillig herabgeschossen wurde. Im Jahre 1653 hatte Johann Moritz von Nassau-Siegen hier an der Nassauer Allee innerhalb von nur zwei Wochen sechshundert Linden pflanzen lassen. Der “Eiserne Mann” ist eine sogenannte Feldschlange, die noch aus der Belagerung von Schenkenschanz stammen soll.
Später wurde eine Cupido-Statuette konstruiert und auf das eiserne Mörserrohr gesetzt. Das Denkmal wurde dann weiter stadteinwärts an der Einmündung zur Lindenallee wieder errichtet. Dies geschah durch den berühmten Sohn der Stadt – Joseph Beuys – im Jahre 1963.

Wo ist der Cupido vom Eisernen Mann

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